Navi: Na wie... na wo... na was denn nun?

 

Unsere Fähre verließ am Vormittag pünktlich den Hafen von Palma und lief nach ruhiger Überfahrt genauso pünktlich um 19.30 h im Hafen von Barcelona ein. Dort allerdings mussten wir eineinhalb Stunden warten, bis das Schiff endlich festmachen konnte. Anscheinend hatten die 12stöckigen Kreuzfahrtschiffe Vorrang. Als wir von Bord fuhren dämmerte es, und kurz vor unserem geplanten Ziel fuhren wir durch stockfinstere Nacht.

 

Diese erste Nacht wollten wir auf dem Gelände einer Bodega verbringen. Wir landeten auch glücklich vor deren Tor, das zu so später Stunde fest verriegelt war. Keine Klingel weit und breit, keine Antwort auf den Telefonanruf. Hinten auf dem Hof sahen wir zwei Wohnmobile, deren Besitzer wahrscheinlich schon selig von der Weinprobe waren. Na gut, dachten wir, wir haben ja das Navi.

 

Gabriel gab ein neues Ziel ein, nur zehn Kilometer entfernt. Aber unser Garmin hatte mal wieder seinen eigenen Kopf, und so landeten wir nach einer kurvenreichen Fahrt auf immer schmaleren Wegen vor dem nächsten verschlossenen Tor. Es riegelte ein Gelände für Sportflugzeuge ab. Das Wenden wurde zum Drama, zumal der Weg aufgeschüttet war, d.h. zu beiden Seiten lauerte der Abgrund. 

Diese Nacht verbrachten wir in Gesellschaft zweier Trucks in einem Industriegebiet, ruhig und friedlich.

 

Gabriel hat die genauen Maße unseres Wohnmobils in das Gerät eingegeben. Aber anstatt uns zu melden "hier geht es nicht weiter", lesen wir nur "es ist nicht sicher, ob das Fahrzeug den Weg passieren kann". Na toll, volles Risiko für uns. 

 

Bei der Eingabewahl zwischen dem kürzesten oder dem schnellsten Weg entschieden wir uns falsch für die Kürze und wurden auf Stop-and-Go-Fahrt mitten durchs Zentrum von Madrid  geschickt. Zur Hauptverkehrszeit!  Am Strassenrand zog ein Herr den Hut vor Gabriels Fahrkünsten, und seine Begleitung hob anerkennend den Daumen. Wahrscheinlich haben sie auch ein Wohmobil und zitterten mit uns.

 

Die Dame in unserem Gerät kann auch nicht so gut zählen. Manchmal sollen wir einen Kreisverkehr an der dritten Ausfahrt verlassen, aber die führt nur zum Baumarkt. Oder sie schickt uns an der fünften raus, obwohl es nur vier gibt. Zum Glück kann man ja noch die eine oder andere Runde drehen, bis sich alle einig sind, wo es weiter geht. 

 

Das ist keineswegs eine Frage des Geschlechts. Freunde von uns wurden von dem Herrn in ihrem Gerät geradewegs auf einen Fahrradweg geleitet!

 

Bewährt hat sich in unserem Navi die Eingabe des Strassennamens, oder des Platzes statt der Koordinaten. Vielleicht gibt es auch Geräte, bei denen beides gleichzeitig möglich ist, bei unserem müssen wir auswählen.

 

Das Navi befreit den Co-Piloten nicht von seinen Aufgaben. Immer mitgucken, immer aufpassen und am besten einen Atlas mitführen, der zumindest eine grobe Orientierung erlaubt. Sonst kann es passieren, dass man von Frankreich nach Deutschland unterwegs ist und sich unvermutet in der Schweiz wiederfindet - was den Erwerb der dortigen Vignette für die Maut mit sich bringt.

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