Reise 2019/III - Beginn unten auf dieser Seite

 

Genau einen Monat haben wir das Baltikum bereist und sind am 6. August wieder in Polen angekommen, diesmal im Norden. Über die nummerierten Orte gibt es ausführlichere Berichte, weil sie mir - aus welchem Grund auch immer - bemerkenswert erscheinen.

 

NORDPOLEN: 30| Goldap - Suwalki (Suwalken) - Mikolajki (Nikolaiken) - 31| Ruska Wies bei Mragowo  

                            (Sensburg) - Kudyby (Kuhdiebs) bei Morag (Mohrungen) 32| Elblag (Elbing)

                             Malbork (Marienburg) - 33| Gdansk (Danzig) - 34| Puck (Putzig) - Leba - Zelazo

                                       35| Darlowo (Rügenwalde) - 36 Szczecin (Stettin)

DEUTSCHLAND: 37| Peenemünde - 38| Stralsund - 39| Lübeck - Hamburg und Umgebung

                                      40| Glückstadt - 41| Celle - Bad Hersfeld - 42| Königschaffhausen (Kaiserstuhl)


42| Königschaffhausen im Kaiserstuhl

Zum dritten Mal schon sind wir im Wohnmobilgarten Kirschenhof der Familie Schmidt in Königschaffhausen und verlängern dieses Mal von einer Nacht auf zwei und dann auf drei Nächte. Was vor allem dem spätsommerlich schönen Wetter zu verdanken ist, das uns zu ausgedehnten Fahrradtouren verlockt. Ausgewiesen sind 28 Parzellen mit Strom und Wasseranschluss, bei unserem Aufenthalt zähle ich zeitweise über 40 Fahrzeuge. Hierfür ist genügend Ausweichmöglichkeit auf der anliegenden Wiese, manche ziehen diese grünen Plätze ohne Markierung den exakten Parzellen vor.

 

nach einem einzigen kurzen Regenschauer erfreut uns dieser Regenbogen
nach einem einzigen kurzen Regenschauer erfreut uns dieser Regenbogen
ein freundlicher Wanderer macht dieses Foto von uns, nachdem wir über hunderte von Metern eine 12%ige Steigung überwunden haben - was auch mit Elektrorädern stark die Puste fordert
ein freundlicher Wanderer macht dieses Foto von uns, nachdem wir über hunderte von Metern eine 12%ige Steigung überwunden haben - was auch mit Elektrorädern stark die Puste fordert

 

Verschiedene Routen führen den Radler durch die Weinberge und Dörfer des Kaiserstuhls. Meist strampeln wir auf asphaltierten Fahrradwegen, selten auf Schotter, über kurze Strecken auch auf Landstraßen mit wenig Autoverkehr. Wir fahren durch Sasbach und am Rhein entlang nach Breisach, über hohe Weinberge nach Oberbergen und sogar bis Ihringen. Nur Bischoffingen entzieht sich uns mit boshafter Hartnäckigkeit, an beiden Tagen finden wir es trotz aller Mühe nicht und können auch anderen nicht helfen, die uns nach dem Weg zu diesem Ort fragen. Ist Bischoffingen etwa das südliche Bielefeld? Das ja angeblich gar nicht existiert ...

 

Besonders schön finden wir die etwas mehr als zwei Kilometer, die wir auf dem Weg nach Jechtingen in Richtung Burkheim abzweigen. Sie führen auf Sandweg durch lichten Baumwuchs, unten fließt ein Bach und auf der anderen Seite des Weges steigen die Weinberge an. 

 

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Weintrinker sind im Kaiserstuhl bestens aufgehoben. In fast jedem Ort bietet die Winzergenossenschaft Weinproben an und verkauft die Erzeugnisse der Umgebung. Uns gelingt es, sechs Literflaschen von Bettina Schumann in Königsschaff-hausen heil in den Satteltaschen auf den Stellplatz zu transportieren. Diesen Wein finden wir überdurch-schnittlich teuer, aber auch extrem lecker. Durchschnitt kann man in jedem Supermarkt kaufen. 

 

In Burkheim besichtigen wir das Korkenzieher-Museum, eine sehenswerte Rarität in der Welt der sonst oft trockenen Hochkultur. Der Besuch ist gratis, aber wir kaufen im dazu gehörigen Geschäft eine Kühlmanschette zur dringend notwenigen Komplettierung von Maggies Inventar.

 

 

 

 

In Bad Hersfeld verbringen wir eine ruhige Nacht . auf einem kostenlosen Parkplatz nah an der Innenstadt. Hier sind einige Parzellen für Wohnmobile gekennzeichnet, in dieser Nacht sind wir zu Dritt. Wir kommen spät und fahren früh am nächsten Morgen und machen auch wegen des schlechten Wetters nur einen kurzen Spaziergang in die Stadt zur Stiftsruine. Sie ist weltweit die größte Ruine einer romanischen Kirche, seit 1951 werden in dem Gemäuer die Bad Hersfelder Festspiele ausgetragen. Mit Jahrgang 1952 bin ich jünger als die Festspiele!

 

 

Nach dem Montagsreinfall in Celle ist auch  am Dienstag in Bad Hersfeld kein Restaurantbesuch im Ratskeller möglich, das Lokal ist geschlossen. Aus welchen Gründen auch immer.

41| Celle

 

 

Für unserem Besuch der Stadt Celle übernachten wir auf dem Stellplatz am Badeland, der erst 2018 eingeweiht wurde und immer noch glänzt wie neu. Wir haben ihn vor allem ausgesucht wegen der Möglichkeit zum Wäschewaschen, was auch bestens funktioniert.

 

Durch einen Park, genannt "Französischer Garten" und unter Denkmalschutz gestellt gelangt man schnell in die historische Innenstadt. Bis dato wußte ich nicht, dass auch Parks unter Denkmalschutz stehen können. Doch nicht etwas wegen diesem überdimensionierten Blumentopf?

 

 

 

Liebhaber von Fachwerkhäusern kommen in Celle voll und ganz auf ihre Kosten. Laut Angaben der Celler Tourismus und Marketing Agentur sind in der Stadt über 500 Fachwerkhäuser gut erhalten, restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Gezählt habe ich sie nicht, aber tatsächlich sind wir beeindruckt von dem geschlossenen Bild.

 

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Gern hätten wir uns das niedersächsische Landesgestüt näher angesehen, das 1735 gegründet wurde und heute ganz nah an der Innenstadt von Celle liegt, also zu Fuß gut zu erreichen ist. Leider hatten sie am Wochenende eine größere Veranstaltung auf dem Gelände und am Montag ruhen sich Pferde und Personal von dem Ansturm aus.

 

 

Aber wenigstens um das schöne Residenzschloss können wir spazieren, das mitten in der Stadt erhöht im  Grünen liegt, eine Besichtigung innen ist montags allerdings nichtmöglich. Das Residenzschloss der Welfen  ist das älteste Gebäude der Stadt, die drum herum gewachsen ist.

 

Übrigens: Um den Montagsfrust am 8. September voll zu machen, hat natürlich auch der Ratskeller Ruhetag, der uns wärmstens ans Herz gelegt wurde bzw. für den Magen empfohlen. Kein Nachteil ohne Vorteil, so bleibt uns noch Zeit für eine zweite Waschmaschine + Trockner, was ja auch nicht schlecht ist. Aber keine wirkliche Alternative ...

 

40 Glückstadt

Glückstadt heißt Glückstadt, weil ihr Gründer es so wollte. Christian IV war König von Dänemark und Norwegen und als wäre das nicht schon mehr als genug, obendrein noch Herzog von Schleswig-Holstein. Allein an dieser Ämterhäufung in einer Person sieht man, dass es damals drunter und drüber ging auf dem europäischen Kontinent. 1617 gründete er die auf dem Reißbrett entworfene Stadt als Gegenpol zur Hansestadt Hamburg, worüber sich die Hamburger wahrscheinlich heute noch ins Fäustchen lachen. Aber immerhin, im Dreißigjährigen Krieg hielt die Festung ihrer Belagerung stand, und auch im Zweiten Weltkrieg fielen vermutlich nur wenige Bomben auf den bis heute gut restaurierten historischen Stadtkern. Also doch eine Stadt im Glück?

 

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Das Städtchen an der Elbe kann man mit dem Wohnmobil von zwei Seiten aus erreichen. Wir kommen aus Hamburg und bleiben eine Nacht auf dem Stellplatz an der Mole. Hier zahlt man 10 € ohne Ver- und Entsorgung, ist aber unter sich, weil für Pkw's ein anderer Parkplatz vorgehalten wird. Also ein Zehner für die Ruhe und die gute Aussicht im "echten Norden". (Mit diesen Worten wirbt das Land Schleswig-Holstein für sich selbst.) Auf der anderen Seite der Elbe, schon in Niedersachsen (böse Zungen behaupten ja, südlich der Elbe fängt der Balkan an) und mit der ständig pendelnden Fähre zu erreichen, ist die Übernachtung auf dem Parkplatz Wischhafen kostenlos. Ruhe und eine schöne  Aussicht sind vielleicht genauso gegeben.

 

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Im Ratskeller gönnen wir uns eine Glückstädter Fischplatte. Sie bietet eine große Portion echten Nordens mit  Matjes nach Hausfrauen Art, eingelegtem Brathering und Büsumer Krabben mit Bratkartoffeln, Spiegelei und gemischtem Salat, alles frisch und köstlich zubereitet.

Bei unserem Rundgang durch die Stadt treffen wir auch ihren Gründer, während ich am frühen Morgen seinen Untertanen begegne auf der Treppe zum Deich. Und von oben dem Treiben auf dem Fluß zusehe.

 

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Und wir kaufen frische Büsumer Krabben für uns und als Mitbringsel für meine Tante in Uetersen sowie drei Packungen mit in Rotwein eingelegtem Matjes. Eine haben wir schon verputzt. Durch dieses Produkt ist uns die Firma Plotz in Glückstadt ein Begriff und wir sind glücklich, dass wir mit dem Wohnmobil am Straßenrand parken und im Hofladen einkaufen können. Um 10.00 Uhr macht er auf, und schon fünf Minuten später herrscht dort reger Betrieb. 

 

 

 

 

Glück im Unglück hat in Glückstadt auch, wer mit dem Fahrrad einen Platten hat und an diesem Automaten mit Material zu dessen Behebung vorbeikommt. Zum ersten Mal sehen wir einen solchen Automaten, und vor allem Gabriel als passionierter Fahrradfahrer ist entzückt. 

 

 

 

FAMILIENBESUCH IN HAMBURG UND UMGEBUNG

Drei Tage verbringen wir in Hamburg mit Freunden und Familienmitgliedern, danach geht es weiter in den Kreis Pinneberg und Kreis Stormarn zu Cousins und Cousinen mitsamt Anhang. Eine ausgefüllte und schöne Woche, die zu privat ist um im Internet darüber zu berichten. Lediglich die Stellplätze will ich hier vorstellen. 

 

HAMBURG-HAMMERBROOK

Dieser Stellplatz in Zentrumsnähe liegt keine 200 m von der S-Bahn-Station Hammerbrook entfernt und damit nur eine Haltestelle vom Hauptbahnhof. Und der Platz ist wirklich der Hammer, kraftvoll zuschlagend. Drei Nächte schlafen wir unter den Hochbahngleisen, d.h. halbwegs schlafen kann ich erst in der dritten. Die Züge fahren bis 1.30h und wieder ab 4.30 h.

Zum großen Vorteil der Nähe zur Innenstadt kommt eine gute Ver- und Entsorgungsstation. Zum Nachteil des Lärms gesellt sich die Enge bei vollem Stellplatz.

 

UETERSEN IM KREIS PINNEBERG

Bisher war ich der Meinung, dass Uetersen außer meiner Lieblingstante und ihrer Familie nichts zu bieten hat. Jetzt weiß ich, dass die unscheinbare kleine Stadt einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz für 4 Wohnmobile zur Verfügung stellt, der zwar keine Ver- und Entsorgungsstation hat, aber einen ebenfalls kostenlosen Stromanschluss für jedes Fahrzeug. Zwei ruhige Nächte verbringen wir am sogenannten Hafen, bis am frühen Morgen die dicken Brummis hinter uns zur Verrichtung ihres Tagwerks aufbrechen. 

 

 

 

39| Lübeck

EINTRACHT DRINNEN - FRIEDE DRAUSSEN, so lautet die Übersetzung des lateinischen Spruchs auf der von der Stadt abgewandten Seite des Holstentors. Der mittelalterliche Bau, der 1855 im Senat mit nur einer Stimme Mehrheit vor dem Abriss gerettet und danach von Grund auf restauriert wurde,  ist heute Wahrzeichen der Hansestadt ebenso wie Niederegger Marzipan.

 

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Schön ist es, einfach durch die Stadt zu bummeln, ohne Ziel oder Suche. Uns fallen die Gänge zwischen den Häusern auf, die zu ruhigen Innenhöfen mit Wohnhäusern führen. Einer kommt hippiemäßig daher, ein anderer eher gewöhnlich, und sehr schön der Rosengang. In jedem stehen Tische und Stühle vor den Hauseingängen, bei denen wir uns fragen, ob das eine von der Stadt aufgetragene Pflicht ist für die Bewohner. Aber egal, schön und einladend ist die Atmosphäre allemal. 

 

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Schöne alte Häuser, Kneipen noch und nöcher und so sonderbare Dinge wie ein ehemaliges Frauenkloster mit der Aufschrift "Jungfrauen-Kloster" oder eine "Gesellschaft zur Beförderung Gemeinnütziger Tätigkeit" fallen uns auf. Letztere wurde 1789 gegründet und ist heute immer noch und auf zeitgemäße Art rührig und tätig auf sozialem und kulturellem Gebiet. Das Kloster wurde in eine Stiftung umgewandelt. Heute wohnen hier Frauen ab 50, die sich auf dem freien Markt keine Wohnung leisten können. 

 

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Und ja, natürlich hat auch Lübeck ein altes Rathaus, sogar ein sehr spezielles. Der Bau ist ungewöhnlich schmal und lang, L-förmig und verfügt über eine Außentreppe, die erheblich zu seinem Ruhm beigetragen hat. Ihm gegenüber liegt die Konditorei Niederegger, und so liegt es nah (nicht nur geografisch), dass diese in den Arkaden, unter der Treppe, ein Café betreibt. 

 

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Wir waren drei Nächte auf dem Wohnmobiltreff Lübeck und ich habe es geschafft, während der ganzen Zeit kein einziges Mal den Stellplatz zu fotografieren. Von dort kommt man mit dem Bus oder mit dem Fahrrad schnell in die Innenstadt, und in den 11 € Tagesgebühr Incl. Strom sind auch noch 2 € Verzehrbon für das Restaurant am Platz enthalten. Wir haben zweimal dort gegessen und waren jedesmal zufrieden mit Küche und Service.

38| Stralsund

Die Backsteingotik des Nordens verfolgt uns durch die Länder des Baltikums, durch Polen und Deutschland, vor allem in den Hansestädten. Ich fange schon an, hinter jedem Wohnhaus aus roten Ziegelsteinen, das einen schmuckem Giebel und Erker mit Stuck herzeigt,  einen historisch wertvollen Bau zu wittern. Auch Stralsund ist voll von alten Gemäuern, und das auf eine großzügige und weitläufige Art, die uns gefällt.


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Noch mehr als die schönen Gebäude erfreut uns, dass wir auf Empfehlung freundlicher Mitarbeiter des Reisemobilcenters, die auch über den Stellplatz an der Rügenbrücke wachen,  spontan einen Termin erhalten zum fälligen Reifenwechsel. Bei Point S von Strehla-Auto werden Maggies Schuhe in der vorgesehenen Stunde gewechselt und der Kostenvoranschlag bis auf den Cent eingehalten. Vor allem Gabriel ist entzückt von diesem guten Service.

 

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Ich meinerseits bin entzückt von meiner Erwerbung aus dem Shop des Caravan-Center Dahnke. Schon lange gehe ich mit dem Gedanken schwanger mir den Omnia-Backofen zu kaufen, der wie eine Gugelhupfform daherkommt und angeblich alles gebacken kriegt, was jeder normale Ofen auch schafft: Aufläufe, Pizza, Brot und Kuchen. Wenige Stunden nach dem Kauf ist mein erster Versuch mit einem Kartoffel-Brokkoli-Auflauf geglückt! Im Blog werde ich berichten, wie es weitergeht mit dem Öfchen. Das dunkle runde Teil auf dem Teller ist übrigens eine leicht verkohlte Frikadelle ...


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37| Peenemünde

WO IST DENN HIER DAS DORF?

 

Das ehemalige Fischerdorf Peenemünde gibt es nicht mehr seit Wernher von Braun und seine Kollegen 1935 die Halbinsel in der Ostsee als idealen Standort zur Erprobung von Raketen entdeckten.  1942 schossen die Physiker hier die weltweit erste Rakete ins All. Das Ende kennen wir.

 

 Zurück in Deutschland ist Peenemünde unsere erste Station, aber das letzte Stück auf dem Weg zum Stellplatz kommt uns immer noch polnisch vor. Zwischen Baustellabsperrungen und auf Schotterwegen drehen wir uns im Kreis und sind glücklich, als wir das letzte Wegstück finden. Dass es holprig ist und nur mit maximal 20 km/h zu bewältigen, macht uns gar nichts aus.

 

 

Blick von der Aussichtsplattform des Historisch-Technischen Museums auf das Gelände, in dem sich ein Teil des Fischerdorfes befand. Noch heute gilt manche Erde als verseucht dort gelagerte Munition. 

 

So eine Versuchsanstalt für Raketen braucht eine Menge Energie. Ein Kohle-Kraftwerk musste her, in dem heute das Museum untergebracht ist. Nicht nur auf dem Stellplatz machen wir uns die Füße schmutzig im kohlschwarzem Sand. Unten zwei Fotos, die annähernd das Ausmaß des Kraftwerks auf diesem kleinen Flecken Erde wiedergeben.

 

 

Der Peenemünder Wohnmobilstellplatz liegt mittendrin, zwischen dem Historisch-Technischen Museum im ehemaligen Kraftwerk (unbedingt sehenswert auch für technisch Unbedarfte wie mich!),  einem U-Boot-Kreuzer mit Raketengeschossen (nur was für Leute, die sich die unzumutbaren echten Arbeitsbedingungen der Besatzung antun wollen) und der Anlegestelle für die Fußgänger- und Radfahrerfähre nach Kröslin und Freest (sehr empfehlenswert für eine Radtour durch Felder, Dörfer und Wälder). 

 

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36| Szczecin (Stettin)

"Stettin lohnt sich nicht, in einem halben Tag sind Sie damit durch". Gleich nach unserer Ankunft hören wir diesen Satz von anderen Wohnmobilreisenden und nur eine Stunde später ein zweites Mal fast wortgleich im Restaurant Tawerna des Camping Marina. Auf dem Platz überwiegen mal wieder haushoch die deutschen Kennzeichen.

 

Erstens ist das Restaurant preiswert und gut  und zweitens verbrachten wir einen kompletten Tag in der Stadt und haben es nicht bereut. Abgesehen davon bietet schon der Campingplatz mit seiner Zugehörigkeit zum Sporthafen Segelboote fürs Auge, Surfbretter und Motorboote für Wassersportler und einen Sonnenuntergang vom Feinsten für Romantiker.

 

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Es stimmt, Stettin hat nicht diese zusammenhängende und außergewöhnlich schön restaurierte Altstadt von Danzig, nicht den jugendlichen Charme der uralten Universitätsstadt Krakau und nicht so viel leuchtendes Gold an den Gebäuden der katholischen Kirche in Breslau. Die noch vorhandenen oder wieder aufgebauten Zeugen vergangener Zeiten liegen verstreut und können nur auf einem längeren Rundgang abgeklappert werden. 

 

Aber wir finden die Stadt großzügig mit flüssigem Verkehr auf mehrspurigen Straßen in der Innenstadt, mit viel Grün und offensichtlich florierendem Wirtschaft- und Geschäftsleben. Und finden im Einkaufszentrum Galaxy neben allen gängigen Marken endlich ein Kleid für mich von einem polnischen Label, ein sehr gut ausgestattetes Fotogeschäft und die besten und saubersten Waschräume, die wir je an einem öffentlichen Ort gesehen haben. Mit farbigen Polstern aus weißen Bänken in der Wartezone, warmem Wasser, das ohne umständliches Regulieren soforr aus dem Hahn fließt und einem zusätzlichen, auf Kinderhöhe abgesenkten Waschbecken. 

 

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Die Sehenswürdigkeiten von Stettin sind eingebettet in das tägliche Leben der Stadt, nicht so schön zur Schau gestellt wie andernorts. Das Schloss hat keinen Freiraum, keinen Park oder breiten Graben um sich herum, die Jacobikirche ist umzingelt von Verkehr und Verkehrszeichen und das alte Rathaus blickt derzeit auf eine Riesenbaustelle. 

 

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Über der berühmten Hakenterrasse liegt das Woiwodschaftsamt (vielleicht vergleichbar mit dem Landratsamt), und vor ihr das Restaurant Christopher Columbus, das uns mit einer wunderbar schmackhaften und reichhaltigen Fischsuppe überrascht. Unter der Hakenterrasse fließt die Oder und ganz in der Nähe viel Verkehr durch sich über- und untereinander schlängelnde Straßen. Das knappt über hunderjährige Ensemble aus Sandstein schlägt übrigens keine Haken, sondern wurde nach dem damaligen Bürgermeister Hermann Haken benannt. 

 

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Stettin ist unsere letzte Station in Polen und für uns ganz sicher mindestens einen Tagesaufenthalt wert. Wir sehen auch das alte Rathaus mit seiner Fassade ohne Raum dahinter (Bild links), das Haus, in dem Alfred Döblin geboren wurde und den Rynek mit den wenigen erhaltenen alten Häusern. An einer Seite bietet sich ein Restaurant neben dem anderen an: ein Chinese, ein Japaner, ein Thailänder und am Ende kommt tatsächlich noch ein polnisches. 

35|Darlowo (Rügenwalde)

Wir entscheiden uns für den Camper Park in Koban, einem kleinen Nest ungefähr 5 km von Darlowo entfernt. Hier gibt es sogar einen SKLEP (Tante-Emma-Laden) und eine kleine Bar mit 2 oder 3 einfachen Holztischen und Bänken vorm Haus. Ruhig geht es zu im Ort, und auf dem Platz blicken wir über Felder und Strom-Windmühlen Hinweg auf die Ostsee. Die Sanitäranlagen sollen sehr einfach sein, aber wir haben ja unsere eigenen.

 

Das Meer ist zwar nur ca. 500 m entfernt, auch der Koban-See liegt nah, trotzdem sollte man nicht versuchen zu Fuß an den Strand zu gelangen, es sind über 2 km. Mit dem Fahrrad kein Problem.  Sowieso ist der Camper Park ein guter Ausgangspunkt für Fahrradtouren. Auf einem etwas holprigen Weg entlang der Ostsee, zu den Badeorten  Darlowko (Rügenwalde Münde) oder Wiecie am östlichen Ufer des Hoban-Sees oder in die Stadt Darlowo.

 

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Die Kleinstadt Darlowo wirbt auf ihrer Webseite auch auf Deutsch, mit Rügenwälder Teewurst! Sie ist auf jeden Fall einen Abstecher wert und gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Wir finden schnell heraus, dass das Residenzschloss der Herzöge besonders gut von der Terrasse der Pizzeria Pinocchio aus zu sehen ist, und neben dem Kulturgenuss füllt sich der Magen mit Pizza und Bier, gut und preiswert wie so oft in Polen. Die Speisekarte gibt es auch auf Deutsch.

 

Mit dem Bau des Schlosses wurde Mitte des 14. Jahrhunderts begonnen. Besitzer war der 1459 verstorbene pommersche Herzog und König von Dänemark Erich VII, er wurde in den noblen Gemächern geboren und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens darin. Im 17. Jahrhundert brannte es ab, wurde wieder aufgebaut und gleichzeitig modernisiert und überstand den 2. Weltkrieg so gut wie unbeschadet. Seit vielen Jahrzehnten beherbergt es das pommersche Regionalmuseum. 

 

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Rügenwalde hatte Glück im Unglück und wurde im letzten Krieg relativ wenig zerstört. Der Unterschied zum vergleichbar großen Morag (Mohrungen) in Masuren ist auffällig. Dort wurden fast alle Häuser zerstört und mussten von den neu zugezogenen polnischen Bewohnern schnell neu gebaut werden. Heute fehlen offensichtlich die Mittel um diese jetzt wieder veralteten und baufälligen Häuser instandzuhalten oder abzureißen, zu renovieren und zu modernisieren. 


In Darlowo hingegen sind nicht nur der Rynek mit dem Rathaus und der dahinter liegenden Marienkirche und das Schloss schmuck anzuschauen, auch die Fussgängezone und kleine Nebenstraßen laden ein mit einem regem Geschäftsleben. 

Zelazo

Auf den Reiterhof Gaza Pod Lasem in Zelazo am Rand des Naturparks Slowinski wollen wir nach dem Trubel in Leba der Ruhe wegen. Wir fahren durch wunderschöne Alleen, deren Straßenbelag immer schlechter wird und auf den letzten 800 m ganz aufhört. Ein von Bäumen und Büschen umschlossener Sandweg führt auf den Hof, Zweige streichen seitlich und oben an Maggies Wänden entlang und hinterlassen glücklicherweise keine Kratzer. Auf dem Hof ist es tatsächlich ruhig, und Pferde gibt es auch. Über das, was mir die Betreiberin als Sanitärgebäude vorstellt, schweige ich lieber. Ein Witz, wenn es nicht so rostig wäre. Für uns egal, wir haben ja unsere eigene Dusche, und in dieser Abgeschiedenheit wollen wir nichts außer grillen auf unseren 90. Reisetag anstoßen. 

 

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Leba

Schwamm über den Ort Leba. Zumindest während der Hochsaison, wenn er von Touristen überquillt, es eng, laut und kreischend bunt ist.

Wir bleiben nur wegen der berühmten Wanderdüne Lacka Gora (Lontzkedüne)  eine Nacht auf dem Camping Morski 21. Der Platz ist  voll, gut organisiert und wird mit hohem Personalaufwand stark kontrolliert. Sie werden ihre Gründe haben. Den Waschmaschinenraum darf ich nur nach Bezahlung betreten und zusammen mit einer Angestellten, die mir eine Uhrzeit mitgibt, wann ich die trockene (!) Wäsche wieder abholen soll. Hat geklappt.

 

Mit dem Fahrrad sind es zur Düne etwas über 7 km auf einem guten Weg durch den Wald. Außer zu Fuß kann man auch mit einem viel gebuchten Shuttle-Service fahren. Wie auch immer man an ihren Fuß gelangt, der Aufstieg durch den tiefen Sand auf die Düne lohnt sich allemal und wird belohnt mit einem wüstengleichen Anblick. Die Düne soll sich bis zu 10 m im Jahr in Richtung Osten bewegen und begräbt unter sich alles, was sich ihr in den Weg stellt. Ein ganzes Dorf ist ihr schon zum Opfer gefallen, und auf abgestorbenen Wurzeln ragt manches Baumskelett aus dem Sand. Aus superfeinem weißen Sand, der so unschuldig an spielende Kinder erinnert.

 

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34| Puck (Putzig)

 

Eine Lanze brechen für Puck! Allein dieser Name, und dann wie wir hinfanden. Eigentlich hatten wir Wladyslawowo (Großendorf) als nächstes Ziel ausgesucht, aber genauso wie beim Hineinfahren in Danzig haben wir enorme Schwierigkeiten wieder herauszukommen - und geben mal wieder den Baustellen die Schuld. Bis Gabriel entnervt rechts ranfährt, versehentlich vor eine private Auffahrt. Prompt kommt ein drahtiger Mann mit nacktem Oberkörper heraus und klopft energisch an mein Fenster. Ich fürchte Schlimmes, aber was will er? Uns helfen! Ob wir ein Problem haben, er selbst sei Lastwagenfahrer. Alles auf polnisch, aber trotzdem für uns verständlich. Als er das spanische Nummernschild sieht, hat Maggie sein Herz gewonnen. "Viva España" ruft er lachend aus und erzählt, dass er schon viele Fahrten nach Andalusien gemacht hat.

 

Bald kommt sein erwachsener Sohn dazu und erklärt uns auf englisch, dass sein Vater jetzt eine Tour hat und für uns den Piloten macht, bis wir auf der richtigen Straße sind. So kommt es, dass wir einer Fuhre Gurken hinterherfahren, bis wir aus der Stadt heraus und auf dem richtigen Weg sind. Leider kann ich die Flasche Rotwein nicht überreichen, unser netter Wegweiser winkt lachend und fährt rechts ab. Und wir nach Puck, und das auch nur, weil mir auf der Karte der Name aufgefallen ist und der Ort noch vor Wladyslawowo liegt. Wir haben Glück mit einem entspannten  Urlaubsort ohne viel Remmidemmi mit kleinem Hafen, Strand und Häusern aller Preisklassen, die Zimmer oder Apartments vermieten. Übernachten können wir auf einem Parkplatz am Sportzentrum, es gibt aber auch einen kleinen Campingplatz.

 

 

Mit dem Rad fahren wir auf einem schönen Weg doch noch die ungefähr 10 km nach Wladyslawowo, um von dort auf die Halbinsel Hela (Putziger Nehrung) zu gelangen. Wir  wollen nach Chalupy, halten aber nur etwa 5 km durch, dann haben wir die Schnauze. Wir sind entnervt zwischen pfeifendem Zug und Autostau links, wuseligem Getümmel auf dem gemischten Fußgänger- und Fahrradweg, den Campingplätzen rechts, auf denen man kein Grün zwischen den Zelten und Wohnwagen ausmachen kann und mit überquellenden Souvenirständen in den Einfahrten. Alles ist zu eng und zu voll und wir wollen nur noch möglichst heil zurück in unser kleines putziges Puck. Dort drehen wir noch eine Runde auf dem großen Rynek (Marktplatz), die Terrassen der Restaurants sind gut belegt. Und verbringen eine ruhige Nacht zwischen Sportplatz und Kindergarten, bis uns am Morgen um acht der Straßenkehrwagen weckt.

 

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33| Gdansk (Danzig)

Nach dem Besuch der Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn, die jede einen anderen Reiz hat, ist Danzig für mich ein Traum fürs Auge! Ich könnte jedes einzelne Haus der Altstadt fotografieren, kann mich nicht sattsehen an Fassadenmalerei, Giebeln mit reicher Stuckverzierung und Reliefs in Himmelhöhe. Aber zuerst müssen wir unseren Stellplatz in der Technischen Hochschule finden, was wegen mehrerer Baustellen schwierig bis unmöglich ist. Immerhin kann ich so von der Höhe meines Womo-Beifahrersitzes aus den schönen Bahnhof fotografieren

 

Nachdem wir mehrfach durchs Zentrum gekurvt sind, entscheiden wir uns für Plan B, den Campingplatz ein paar Kilometer außerhalb. Ziemlich voll und ziemlich eng, aber gut organisiert mit hilfsbereitem älterem Betreiberpaar, und nah sowohl zum breiten Strand als auch zur Bushaltestelle in die Stadt.

 

 

Im Gegensatz zu Elblag wurden die meist schmalen Giebelhäuser in Gdansk minutiös nach alten Plänen wiederaufgebaut und tragen sogar zum Teil die ehemals deutschen  Aufschriften. "Fischhandel" steht in großen Buchstaben auf einem gelben Haus am Hafen. Der Blick nach oben lohnt sich, jedenfalls für gesunde Halswirbelsäulen, weil gerade der Giebelschmuck oft prall und üppig ist.

 

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Am Hafen flanieren wir auf der alten, restaurierten Seite mit ihren Souvenirbuden und fliegenden Bernsteinverkäufern und haben von dort einen guten Blick aufs andere Ufer, wo eine moderne Architektur Fuß gefasst hat. Sie hebt sich ab von alten Baumaterialien und Detailverliebtheit und passt sich an in Form und Größe.  Für mich sehr gelungen.

 

Ein Bernsteinmitbringsel als Geburtstagsgeschenk kaufen wir nach Abklappern wohl aller Juweliere und vielen Vergleichen in der ul. (Straße) Mariacka, in der auf beiden Seiten mit nichts anderem gehandelt wird. Ich frage den Inhaber nach einem Restaurant wenigstens ein ganz klein wenig außerhalb des dicksten Touristenstroms und er empfiehlt uns das Restaurant Gdanska am Zeughaus. Ein Klassiker mit überbordender alter Dekoration, in dem schon Lech Walesa als President gern speiste. Dementsprechend hochkarätig sind die fotografierten Gäste an der Wand, und die Speisekarte preist seine Lieblingsgerichte an. Für polnische Verhältnisse hochpreisig, aber für Gäste aus Deutschland oder Mallorca sind der erstklassige Service und die hervorragende Küche alles andere als teuer. Wir haben es genossen!

Malbork (Marienburg)

Die im 13. und 14. Jahrhundert vom Deutschorden erbaute Marienburg gab und gibt ihren Namen dem Ort, der durch sie entstanden ist und wohl zum Teil von ihr lebt. Sie gilt als der größte Bau aus der Zeit der Backsteingotik und dominiert mit Wucht das Ufer gegenüber vom Campingplatz.

 

 

Für die Besichtigung der Burg mit Ausstellungsräumen und Bibliothek werden auf der Webseite drei Stunden als Richtwert angegeben. Ich gebe zu, wir begnügten uns mit einem Rundgang durch die Außenanlagen, und der hat schon über eine Stunde gedauert und war beeindruckend genug. Für uns war die Schlange an der Kasse zu lang, das Getümmel auf den Gängen zu viel und das Interesse am Innenleben der Burg zu gering. 

 

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Hinzu kommt der Frust darüber, dass das Restaurant Lancelot, in dem wir essen wollten, wegen einer privaten Feier fürs gewöhnliche Volk geschlossen hat. Mit knurrendem Magen suchen wir das Bistro Na Fali über dem Campingplatz auf und sind positiv überrascht von der Küche dort. Und sie scheint in der Umgebung zu sein, dann die große Terrasse mit Spielplatz für Kinder füllt sich am Sonntagmittag rasch mit polnischen Familien. Im Gegensatz zur Webseite ist die Speisekarte auch auf Englisch. Wir teilten uns Carpaccio von Roter Beete, danach gab es als Hauptspeise Confit von Entenbrust und Hirschbällchen. Hier kann man gut und preiswert essen.

 

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32| Elblag (Elbing)

Nach soviel Natur ist uns mal wieder nach Stadt und wir machen Halt in Elblag. Am gleichnamigen Fluss liegt der Camping Nr. 61, von hier aus sind es nur wenige hundert Meter zur wieder aufgebauten Altstadt. Wir haben Glück und können uns einen guten Platz mit Blick auf den Fluss aussuchen, nach unserer Ankunft  füllt es sich mächtig in den 2 Tagen unseres Aufenthaltes. 

Fußgängerbrücke, die sich zur Durchfahrt größerer Schiffe teilt und zu beiden Seiten hebt
Fußgängerbrücke, die sich zur Durchfahrt größerer Schiffe teilt und zu beiden Seiten hebt

 

Nur ein paar hundert Meter sind es in die Innenstadt, vorbei am Archäologisch-Historischen Museum. Von außen ein relativ unscheinbarer weiß gestrichener Bau, an den sich ein großer Innenhof und daran ein zweites Gebäude anschließt. Leider stehe ich eine halbe Stunde vor Schließung in der Tür und es lohnt sich nicht mehr einzutreten.  Was ich beim nächsten Besuch ganz bestimmt nachholen werde, weil andere Besucher mir begeistert von der Multimedia-Präsentation im Inneren erzählen, die auch die Schicksale deutscher Familien aus dem ehemaligen Elbing einschließt.

Kurz hinter dem Museum biegen wir um die Ecke und sind auch schon in der restaurierten Altstadt. Von fast jedem Punkt ist der Turm der Nikolaikirche zu sehen, schlank und spitz und 366 (!) Treppenstufen hoch bis zur Aussichtsplattform.

 

Wir ziehen einen Rundgang zu ebener Erde vor und erfreuen uns am Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Häuser. Obwohl oder vielleicht gerade weil den meisten Gebäuden anzusehen ist, dass sie keine haargenauen Nachbildungen sind, formen sie ein in sich stimmiges Bild, sind hell und modern in alten Formen.

 

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Bei der städtischen Kunstförderung haben Skulpturen seit Jahrzehnten einen besonderen Stellenwert. Ich folge einigen auf ihrem Weg durch Stadt, bei denen augenscheinlich nur das Material Metall die Vorgabe war. Nicht nur Kunstkenner werden mein eingeschmuggeltes Objekt erkennen ...

 

Zum Schluss drei langgezogene Ansichten, die uns beim Stadtbummel auf unterschiedliche Art beeindrucken:

 

1. Blick vom Innenhof der Galerie El auf Ruinen und ein brachliegendes Nebengebäude. Die Galerie ist in einer ehemaligen Kirche untergebracht und zeigt moderne polnische Kunst, ohne dass das historische Gewölbe mit seinen alten religiösen Reliefs an visueller Macht verliert. Ein tolles Wechselspiel. Lichte Metalltreppen oder wahlweise ein Aufzug führen auf die drei Ausstellungsflächen, die nur einen kleinen Teil der Grundfläche in Anspruch nehmen. 

 

2. Friedlicher Aufmarsch des Militärs am katholischen Feiertag (Mariä Himmelfahrt) mit Präsentation verschiedener Waffensysteme. Junge Männer und auch Kinder posieren mit großen Gewehren und finsterem Blick vor den Kameras ihrer Freundinnen und Mütter. Ein sonderbares Bild am sonnigen Nachmittag.

 

3. Mut zu Form und Farbe bei der Fassadengestaltung.

Kudyby (Kuhdiebs) bei Morag (Mohrungen) 

Meine familiären Wurzeln liegen mütterlicherseits in Ostpreußen, heute Kaliningrad. Vielleicht werden wir in einem anderen Jahr auch dorthin fahren, weil es seit dem 1. Juli d.J. eine sehr vereinfachte Möglichkeit für ein Visum für den Besuch dort gibt. Man kann das Visum bis spätestens 4 Tage vor Grenzüberquerung im Internet beantragen für höchstens 8 Tage Aufenthalt ausschließlich in der Region (Oblast) Kaliningrad, und das sogar kostenlos. Jetzt kommt diese digitale Möglichkeit für uns zu spät, weil unsere Krankenversicherung nur für die Länder der EU gilt und wir auch sonst nicht darauf vorbereitet sind. 

 

Den väterlichen Spuren kann ich in Polen folgen und wollte auch zum Geburtsort Kulsen (Kulsze) meines Vaters fahren. Leider kam ich Trottel zu spät auf die Idee nachzuschauen, wo genau dieses Dorf liegt. Nur ca. 25 km von Goldap entfernt, aber da waren wir schon längst nicht mehr dort. Eine echte Anna-Glanzleistung, zumal ich Wochen vorher bei einer Cousine nach dem polnischen Ortsnamen gefragt hatte.  Andererseits auch nicht weiter schlimm, ich habe ja die Atmosphäre der Landschaft geschnuppert. Und ein Video von einen EU-Aufseher über eine Fahrt u.a. vorbei an Kulsen gesehen. Wen es interessiert, nach 6 Minuten kommt das Ortsschild und man sieht, dass die Häuser zum Teil renoviert sind.

 

Ein anderer Wohnort der Familie meines Vaters war Kuhdiebs (was für ein klasse Name für ein Bauerndorf!) unweit der Kreisstadt Mohrungen, heute Kudyby und Morag. Sowohl das Navi als auch Google Maps zeigen ausschließlich ein Kudyby in der Nähe von Olsztyn (Allenstein) an, aber keines Nähe Morag. Wir sind trotzdem hingefahren, auf einen Parkplatz am Ende von Morag, und plötzlich kannte Google Maps auch dieses kleine Dorf.

Hier der Beweis, das Kuhdiebs/Kudyby existiert:

 

 

Auch Morag wurde im Krieg weitgehend zerstört. Wenn ich heute durch diese kleinen Dörfer oder Städte in Polen gehe, muss ich manchmal daran denken, dass nicht nur die deutsche Zivilbevölkerung floh oder nach Kriegsende vertrieben wurde, sondern auch die Polen sich nicht alle aus freien Stücken hier angesiedelt haben. Auch sie waren Entwurzelte in vollkommen zerstörten Orten ohne jegliche Infrastruktur. Das alte Rathaus in Morag wurde mit Hilfe deutscher Flüchtlinge aus Mohrungen wieder aufgebaut, auch der alte Wasserturm ist renoviert und beherbergt zur Zeit eine Eisdiele. Fast alle anderen Gebäude sind nach dem Krieg oder erst nach der Wende entstanden.

 

Die 8 bis 9 km nach Kudyby fahren wir mit dem Rad, erst auf gemischten Rad-Fußgängerwegen durch die kleine Stadt, in der wir staunen über Rossmann und Mediamarkt, danach durch eine wunderschöne Allee, die sich einige Kilometer lang zieht und gut asphaltiert ist. Wir kommen vorbei an neuen Einfamilienhäusern und größeren Villen und finden am Ende nur noch wenige Gebäude im Dorf vor.  Jetzt habe ich eine Vorstellung davon, wie mein Vater und seine Geschwister den Schulweg zum Gymnasium in Mohrungen bewältigt haben bei Wind und Wetter, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. 

 

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so viele Störche verabschieden uns, wie schön
so viele Störche verabschieden uns, wie schön

31| Ruska Wies bei Mragowo (Sensburg)

PARADISE NOW ZUM DRITTEN 

So langsam fange ich an es zu begreifen. Das Paradies kann überall sein. Vor allem ist es heute! Die Welt war nicht gestern am schönsten und wird auch morgen nicht schöner sein. Zuerst fanden wir das Paradies in Dänemark, danach in 20| Litauen und jetzt liege es in der Nähe von Mragowo. In einem dieser kleinen Dörfer ohne Zentrum, ohne Bar oder Einkaufsladen, ohne Kirche oder gar Marktplatz. Ein Kaff, in dem alle Straßen den Ortsnamen tragen, dem die Hausnummern folgen. Ein großer Bauernhof, ein Agrotourismus-Hotel, ein paar neue Häuser und ein paar verfallende. 

 

Für uns, die wir gesund sind und zur Zeit frei von wirklichen Problemen, müssen für das Paradies nur wenige Dinge zusammenkommen. Das scheint die Natur zu sein, Ruhe, Langsamkeit, Nichtstun oder die Erledigung alltäglicher Dinge wie  Wäschetrocknen in der Sonne oder Basteleien am Wohnmobil.  Mragowo haben wir genauso wenig kennengelernt wie Mikolajki, weil wir uns in den zwei Tagen auf unserem Platz in Ruska Wies bei der Pension Seeblick nicht vom Fleck gerührt haben. Zumindest nicht an Land. 

 

Diesen Campingplatz finden wir perfekt. Das Gelände ist so groß, dass sich jeder hinstellen kann wo er will und wie sie will. Von der Pension ziehen sich Terrassen zum See hinunter, auf denen mehr als genügend Stationen die Camper mit Strom und Wasser versorgen. Hier hat jeder seinen persönlichen nSeeblick und kann sich unbesorgt ausbreiten. Wer will, kann eines der kleinen Boote losmachen und in See stechen, gratis und auf eigene Verantwortung.

 

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Das Gelände ist so groß, dass man darauf einen Spaziergang machen kann, mit einem Hügel für den großen Rundblick. Auf dem Spielplatz finden wir einen Ball und spielen allen Ernstes Fußball, das heißt ich laufe dem Ball hinterher. Der See hat auch eine kleine Badestelle, bei der sich niemand um den Nachweis der Wasserqualität schert wie an den anderen Seen auch. 

 

Zwischen uns und dem See liegt ein kleiner Teich, von dem aus die Frösche uns hüpfend und quakend begrüßen. Nachdem wir ihnen wohl eine Stunde beim Quaken zugehört haben, bilden wir uns ein ihre Stimmen unterscheiden zu können. Fehlt bloß noch, dass wir sie nachahmen ;-))

 

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Mikolajki (Nikolaiken)

Unser Besuch in Mikolajk oder besser unser Nicht-Besuch dort zeigt, dass Spontaneität auf Wohnmobil-Reisen  immer noch möglich sein kann. Liebe Menschen hatten uns einen Stellplatz mitten im Ort empfohlen, auf dem andere freundliche Menschen sogar für uns auseinander rücken wollen, damit Maggie sich noch dazwischen quetschen kann. Nur ist uns schon auf dem Weg dorthin der Trubel auf den Straßen auf den Geist gegangen, weshalb wir uns ebenso freundlich bedanken und wenige Kilometer weiterfahren nach Talty (Talten) zu einem 4-Sterne-Camping.

 

An diesem Samstag haben wir sogar das Glück eines freien Platzes, zu dem die freundliche Betreiberin mich führt. Nur muss Maggie dafür einen schmalen und kurvenreichen Weg hinaufschleichen, vorbei am prallen Campingleben. Es tut mir leid um die Bequemlichkeit, ein Restaurant am Platz zu haben, aber Gabriel ist schon ein Grundstück weiter und stellt Maggie ab auf einem grünen Feld mit Zelt-Nachbarn in weiter Ferne. 


Irgendwo habe ich kürzlich gelesen, dass in Masuren dieser Tage jeder, der über ein großes Grundstück verfügt, dieses zum Campingplatz erklärt und sich so einen Nebenverdienst erhofft. Unsere Wahl scheint so ein Fall zu sein, aber wir sind hier glücklich und zufrieden und schauen ohne Neid auf das muntere Treiben hinterm Zaun auf dem "richtigen" Campingplatz. 

unsere spontane Wahl, für eine Nacht völlig okay, liegt direkt hinter dem großen Campingplatz in Talty. Der Betreiber spricht deutsch
unsere spontane Wahl, für eine Nacht völlig okay, liegt direkt hinter dem großen Campingplatz in Talty. Der Betreiber spricht deutsch

 

Deshalb haben wir anstatt Mikolajki das Dörfchen Talty kennengelernt mit seinem Minihafen am See, der kleinen Kapelle am Ufer und einem Gedenkstein für die Deutschen Soldaten aus dem Ort, die im 1. Weltkrieg gefallen sind. Gesponsert von einem Polen!!!

 

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SUWALKI (SUWALKEN)

In Suwalki übernachten wir auf einem Campingplatz, der eher einem Wohnmobilstellplatz gleicht, mit sehr großen Parzellen, allem Komfort und nah an der Stadt. Für deren Besuch muss man nur ein bisschen um den See herum gehen, wie in fast jeder Stadt Masurens. Schon jetzt frage ich nicht mehr nach den Namen der Gewässer, an denen sich Kleinstädte und Dörfer vor vielen hundert Jahren angesiedelt haben. Ich finde es einfach nur schön, und Gabriel aus dem trockenen Spanien kommt aus dem Staunen über diesen Reichtum an Wasser nicht mehr heraus.

 

Viele der Seen wie der in Suwalki verfügen über einen natürlichen oder auch künstlich angelegten kleinen Strand, an dem wir die schlichten und praktischen Umkleidekabinen wiederfinden, die wir an den Ostseestränden der baltischen Staaten kennengelernt haben. Meist sind sie aus Holz gezimmert, manchmal die Wände in Kunststoff gegossen oder aus Metall verschweisst. Der Grundriss ist immer derselbe mit offenem Eingang, danach geht es einmal um die Ecke, und schon kann man sich geschützt vor Blicken umziehen. Unten gucken die Füße raus und oben je nach Körpergröße die Köpfe, so wissen die Leute draußen, dass besetzt ist. 

 

In Suwalki suchen wir ein Lebensmittelgeschäft und müssen ganz schön tippeln, bis wir eines finden. Wir sehen nichts Spektakuläres, aber ein angenehm lässiges Treiben in den Straßen der Innenstadt. Einige Nebenstraßen sind Fußgängerzone, hier haben sich etliche Restaurants installiert, die mit blumengeschmückten Terrassen locken. 

 

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30| Goldap

 Die Kleinstadt Goldap hat rein gar nichts mit dem Edelmetall zu tun, sondern ihren Namen von dem Fluss Goldapa erhalten. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegründet, konnten die Einwohner auch gar nicht zu viel Gold kommen, weil sie in regelmäßigen Abständen durch heftige Feuersbrünste Haus und Hof verloren und im 18. Jahrhundert sowieso von der Pest fast ausgerottet wurden. Den Gipfel der Zerstörung erlebte Goldap am Ende des Zweiten Weltkrieges, als nach wochenlangen Kämpfen zwischen Deutschen und Russen 90 % der Stadt in Schutt und Asche lagen. 

Die Grenze zur Oblast Kaliningrad, dem ehemaligen Ostpreußen, zieht sich nur wenige Kilometer entfernt durch den Wald..

 

 

Und so fahren wir heute durch den in Jahrhunderten gebeutelten Ort und finden außer dem restaurierten alten Wasserturm und den Kirchen kein historisches Gebäude mehr vor. Die Innenstadt um den großen Rynek Miejski (Markplatz) herum ist nicht höher als maximal zweigeschossig, modern und lebendig mit vielen Geschäften, Grünanlage und Springbrunnen.

 

Dieser Wasserturm zeigt auf jedem Stockwerk eine kleine Themenausstellung, beherbergt in den beiden obersten Stockwerken ein Café und verfügt vor allem über einen Fahrstuhl. Ohne den hätte ich mich verweigert, mir saßen noch die Treppen der Düne auf der Kurischen Nehrung in den Knochen. 

 

 

 

 

 

 

 

                Von oben gibt es einen tollen Rumdumblick - Anklicken zum Vergrößern

 

In den vergangenen Jahren haben wir sie tunlichst gemieden, aber auf dieser Reise werden wir noch zu Campingplatz-Experten. Der Platz in Goldap liegt an einem kleinen See in einer Art Naherholungsgebiet mit vielen Sportmöglichkeiten, einem 4-Sterne-Hotel und Trimmdichpfad am Straßenrand. An dieser Verbindungsstraße zur Stadt stehen einige imposante Villen hinter noch imposanteren Balustraden

 

Und er bietet uns ein wunderbar anschauliche Studien über Gruppenverhalten, hier Generationen übergreifend. Nach einem schönen Sonnentag mit Baden im See gibt es ein kurzes Gewitter mit Regenboden, danach liegt wieder Ruhe über dem Platz. Bis weißhaarige Paar in schwarzer Ledermontur auf seinem Motorrad herangeknattert kommt. So eines, auf dem der  Mann breitbeinig sitzt und sie dahinter, und bei dem auch die Lenkstange nur mit weit ausgebreiteten Armen bedient werden kann. Wo kein Chrom glitzert, da glänzt es rot. Routiniert bauen sie ihr Zelt auf, und niemand würde ihnen dabei zusehen, wenn er nicht den Motor noch volle Pulle laufen lassen würde, damit sie im Scheinwerferlicht das Zeltinnere herrichten kann. Gefühlte 10 Minuten lang. 

 

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Im ersten Dämmerlicht dann folgt der Einzug von 4 oder 5 jungen Männern, so um die 18. Sie schmeißen ihre Rucksäcke ins Gras und packen drei Zelte aus. Die sind so exakt gefaltet, dass sie neu sein müssen. Sind sie auch, und die Jungs ganz offensichtlich neu im Zelten. Einer studiert ein DIN-A-4-Blatt, das muss die Gebrauchsanweisung sein, schüttelt den Kopf und faltet es wieder zusammen. Ein anderer klappert mit Metallstangen, schafft es aber nicht, sie ineinander zu stecken. Der Dritte entblättert mit kühnem Schwung ein Zelt, bis es wie eine Plastikplane auf dem Boden liegt, und betrachtet es nachdenklich von oben. Alle haben sie zwischendrin die Hände in den Hosentaschen.

 

Der Letzte ist wohl der cleverste, denn er guckt sich kurz um, zieht die Hände aus den Taschen und wendet sich an einen der zahlreichen Zuschauer, wohl doppelt so alt wie er. Der zögert nicht und hat in fünf Minuten zusammen mit seinem Kumpel das erste Zelt aufgebaut. Jetzt kommt das Motorradpaar dazu, die die Großeltern der Jungen sein könnten, baut das zweite auf und hilft auch noch beim dritten. So haben die jungen Leute ohne viel eigenen Aufwand ein Dach über Kopf, bevor der nächtliche Prasselregen beginnt, der bis zum Vormittag andauern wird. Und die Alten das beruhigende Gefühl noch gebraucht zu werden. 

 

Wir werden nie erfahren, ob diese erste Zeltnacht die Jungs abgeschreckt oder abgehärtet hat.