2021 III / Bosnien Herzegowina und Slowenien

 

Unsere Reiseroute mit dem neuesten Beitrag an oberster Stelle. Über die nummerierten Orte schreibe ich ausführlichere Berichte:

 

BOSNIEN-HERZEGOWINA (25.08. bis 01.09.):  Bihac - 20|Jajce - Sarajevo - Foča - 21|Mostar -

22| Stolac. Von Stolac aus kehrten wir nach Kroatien zurück, den Bericht darüber findet ihr hier. Im Anschluss daran ging es dann nach Slowenien.

 

SLOWENIEN (11.09. bis 17.09.) -  29| Izola / Piran - Dornberk - 30| Novo mesto (Rudolfswerth         - 31| Ljubljana (Laibach)

 


SLOWENIEN

Von den Ländern des ehemaligen Jugoslawien ist Slowenien das Land mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt (BIP). 2019 waren dies 25.946 US-Dollar. Zum Vergleich: Im selben Jahr lag das BIP in Bosnien bei 6.120 USD und in Deutschland bei 46.445 USD (Quellen: Weltbank und de.statista.com). 

 

Auch war Slowien das 1. Land, dass sich schon früh nach Westen orientierte und nach einem Referendum für unabhängig erklärte. Danach marschierte das Militär der jugoslawischen Zentralregierung in das kleine Land ein, das den Krieg nach 10 Tagen mit einem Sieg beenden konnte. Worauf Erschütterung, Krieg und Zerfall des ganzen jugoslawischen Staates folgten. 

 


31| Ljubljana (Laibach)

Der Fluss Ljubljanica diente uns zur Orientierung bei unserem Besuch der Hauptstadt Sloweniens, den wir zu Fuß vom ca. 20 Gehminuten entfernten Stellplatz aus starteten.  Auch hier galt: Rechtzeitiges Kommen sichert gute Plätze! Der Mann auf dem Stuhl neben seinem mitten auf den Platz abgestellten Fahrzeug missachtete das strikte Verbot von Campingverhalten nur, um nicht zu verpassen, wenn eine Parklücke am Rand frei würde. Wurde sie nicht, am Morgen standen vor ihm noch 2 weitere große Womos!

 

 

Auf unserem Gang durch die Innenstadt hatten wir Glück, der angekündigte Dauerregen begann erst auf dem Rückweg, wir erreichten Maggie noch fast trocken. Ljubljana preist sich an als "Green Capital", und das zu Recht. Alter Baumbestand und neue Parks sowie die auf Fußgänger und Radfahrer beschränkte Altstadt lassen so gar kein Gefühl der Enge aufkommen, bei immerhin fast 290.000 Einwohnern (2019) und vielen Touristen.

 

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Die Universitätsstadt mit ihrem reichen kulturellen Leben wurde wie so viele andere auch in der Vergangenheit zwischen einigen Ländern hin- und hergeschleudert, was Architektur und das Leben in ihr wiederspiegeln. "Über sieben Brücken sollst du gehn" sang einst der gebürtige Rumäne Peter Maffay. Wir haben immerhin 5 geschafft, die im Stadtgebiet den Fluß überqueren. 

 

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Das Wetter spielte nicht mit, sonst hätten wir noch einen Tag drangehängt. Aber bei Dauerregen ist auch die schönste Aussicht getrübt und verwischt, und so haben wir auf eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Burghügel verzichtet. Vor über 900 Jahren wurde die Burg von Ljubljana, das Laibacher Schloss, erbaut und ist heute DER Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

30| Novo mesto (Rudolfswerth oder Neustadt)

Erst auf dieser Reise ist mir bewusst geworden, wie groß der Einfluss der Habsburger Monarchie tatsächlich war. Im 14. Jahrhundert von Rudolf iV von Habsburg gegründet, wurde die Stadt nach ihm benannt; ich nehme an, das hat er selbst gemacht. Noch heute ziert der Herzog in rotem Gewand das Wappen der Stadt 

 

Auch durch Slowenien schlängelt sich ein Fluss namens Krka, der aber meines Wissens nichts mit dem in Kroatien zu tun hat. Er schließt  die Alstadt von Novo mesto von 3 Seiten  ein. Von unserem Stellplatz aus, ca. 1 km entfernt vom Betreiberhotel, gelangten wir mit dem Fahrrad nach ca. 10 min. Fahrt durch den Ort auf einen schönen Weg am Fluss entlang. 

Der Stellplatz liegt wunderbar ruhig unterhalb des Schlosses, das von außen eher einer stillgelegten Fabrik gleicht, und bietet alles, was man braucht.

 

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Novo mesto scheint mir ein Beispiel zu sein für das wirtschaftliche Aufstreben des Landes. Überall wird gebaut, die neuen Ein- oder Zweifamilienhäuser sehen solide und geräumig aus auf großem Grundstück, viel Industrie am Stadtrand und in der Umgebung, auch die Adria-Wohnmobile werden hier gebaut. Die vielen Baustellen machten es uns nicht leicht, uns im Stadtkern zurechtzufinden.

 

Dort behauptet sich der alte Marktplatz, und auf einem Hügel thront die Kathedrale St. Nikolai. An ihr hat mich eine Relieftür aus Bronze fasziniert, siehe Fotos unten.

 

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Auf das Camp des Weinguts Vina Saksida in Dornberk fuhren mit einer zu hoch gesteckten Erwartung auf Empfehlung eines sehr sehr netten Paares. Die beiden waren vor einigen Jahren dort, und seitdem hat sich wohl einiges geändert. Wir fanden die Wohnmobil-Parzellen eng und für 8-Meter-Fahrzeuge zu kurz, wobei wir noch Glück hatten, weil wir auf einen Platz für Zelte ausweichen konnten, allerdings sehr uneben. Die Servicestation ist modern und funktioniert gut, blockiert bei Benutzung aber die Durchfahrt zu einem der beiden Wege. Die Sanitäranlagen sind modern und super sauber, einen Pool gibt es und sogar einen Bereich mit Fitnessgeräten. Bei der herrscheneden Hitze verlockten sie jedoch niemanden zu Körperakrobatik.

 

Das Degustation-Menü mit dem entsprechendem Wein zu jedem der 6 Gänge war mit 63 € wohl nicht überteuert, wir fanden es bis auf die Entenbrust allerdings nicht sonderlich schmackhaft. 

Aber wie gesagt, vielleicht waren einfach unsere Erwartungen zu hoch.

 

Die Idylle auf dem Foto unten täuscht, mehrfach mussten wir die Markise zurücknehmen, um an- oder abreisenden Fahrzeugen Platz zu machen.

 

29| Izola / Piran

In Izola standen wir auf einem Stellplatz mit nicht mal 100 m Entfernung zum Strand, 24 € für 24 Std. Auf einem großen Parkplatz sind Parzellen für 17 Wohnmobile abgeteilt, die meisten nicht länger als 7 m. Wir hatten Glück, der einzig freie Platz lag am ruhigen Ende, zum Strand hin, und Maggie konnte ihr Hinterteil über den Rand hinaus schieben. 

 

Die Alstadt von Izola liegt auf einer Halbinsel, von unserem Stellplatz aus konnten wir sie bequem in ca. 20 min. zu Fuß erreichen, und das auf einem Spazierweg immer am Wasser entlang. Ein Sonntag Mitte September mit herrlichem Sommerwetter, da war natürlich viel los, aber trotzdem eine ruhige Atmosphäre, die wir sehr genossen haben. Auf der westlichen Seite der Altstadt wiegen sich Yachten und wenige kleine Fischerboote im Wind, auf der östlichen breitet sich der weitaus größere Handelhafen aus. 

 

 

Bilder aus der Altstadt - Anklicken zum Vergrößern 

 

Nach Piran, der Hafenstadt mit dem Ruf venezianischer Architektur, sind wir mit dem Rad gefahren und waren etwas enttäuscht. Wir mussten zum Teil auf einer vielbefahrenen Straße radeln, zum Teil ging es über die Promenade mit streckenweise Massen von Menschen. Die Stadt selbst hat durchaus ihren Charme und eine sehr hilfsbereite Tourist-Information, trotzdem zogen wir das kleinere Izola mit seinem großen Hafen vor.

 

 

Slowenien ist das Land, in dem die Reisemobile der Marke Adria hergestellt werden, und das Land, in dem Radfahren als Profisport groß geschrieben und gefördert wird. Beides merkten wir an der vergleichsweise hohen Anzahl an Stellplätzen und ausgewiesenen Radwegen. Auf dem Bild unten ein weiterer Platz in Izola, wie unserer zu 90 % mit Einheimischen belegt. 

 

ein großer Stellplatz am Handelshafen von Izola
ein großer Stellplatz am Handelshafen von Izola

BOSNIEN HERZEGOWINA

22| Stolac

Unser Aufenthalt (2 Nächte) im Autocamp Heaven Nature war Erholung pur nach einem herzlichen Empfang. Der stets auf Englisch gesprächs- und hilfsbereite Bosnier und seine sympathische Frau leiten das einfache, aber saubere und farbenfrohe Camp direkt am Fluss. 

 

 

Auch in Stolac, der ältesten Stadt von Bosnien- Herzegowina, hat der Krieg heftig gewütet. Davor waren die muslimischen Bosnier in der Mehrheit, seit Kriegsende die katholischen Kroaten. Noch nicht einmal 30 Jahre sind seit Kriegsende vergangen, man kann nur hoffen, dass die gelassene Stimmung auf den Terrassen im Ortskern erhalten bleibt. 

 

Über der Stadt thront die Festung Vidoška, im 5. Jahrhundert gegründet und heute ein beeindruckendes Zeugnis der Geschichte. Wir fuhren mit dem Fahrrad die schmale und steil ansteigende Straße hoch, was sogar ich mit Motor ganz gut schaffen konnte. Als die einzigen Besucher in dieser Vormittagsstunde konnten wir ungestört Ruhe und Ausblick genießen und zu Fuß die Treppen bis zum steinernen Kreuz hochsteigen. Zumindest Gabriel, ich zog es vor, weiter unten unsere Räder zu bewachen. 

 

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Schon einige Kilometer vor der Stadt war uns eine Ausstellung von mittelalterlichen Grabsteinen aufgefallen, die Nekropole Radimja. Von der Burg aus fuhren wir mit den Rädern dorthin, allerdings geht es die größte Strecke über die viel befahrene Landstraße. Wir haben dann auf den Eintritt verzichtet, weil wir die Räder nicht unbeaufsichtigt abstellen wollten, und uns stattdessen auf dem Rückweg nach Stolac einen der unglaublich vielen Friedhöfe dieses Landes angesehen. In diesem Fall ein muslimischer Friedhof mit den typischen schmalen, weißen Kreuzen und Plastikblumen.

 

muslimischer Friedhof bei Stolac
muslimischer Friedhof bei Stolac

 

Alles in allem hat Stolac eine gute Mischung zu bieten aus viel grüner Natur am Fluss und uralten Zeugen der Geschichte, von denen wir längst nicht alle gesehen haben. Wer weiß, vielleicht kommen wir ja wieder ...

 

Aber jetzt geht es erst einmal wieder zurück nach Kroatien.

 

 

21| Mostar

In Mostar blieben wir zwei Nächte auf dem Camping Neretva, der im Gegensatz zu so vielen anderen Mini-Camps auch geeignet ist für größere Schiffe. Entsprechend hatten wir Morelo, Concorde und Carthago in der Nachbarschaft, genauso wie kleine Camper oder Zelte. Der Platz zieht sich über drei Terrassen runter zum Ufer der Neretva.

rechts die Wohnmobile, links die Camper, und noch weiter unten, direkt am Ufer, kleine Camper und Zelte
rechts die Wohnmobile, links die Camper, und noch weiter unten, direkt am Ufer, kleine Camper und Zelte

Mostar liegt in der Herzegowina im Süden des Landes, eine moderne Stadt mit über 100.000 Einwohnern und einem mittelalterlichen Stadtkern. Dort liegt die berühmte Stari Most (Alte Brücke), die der Stadt den Namen gibt und die 1993 von den kroatischen Truppen zerstört und später mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut wurde. Sie verbindet die Muslime im Osten der Stadt mit den Christen im Westen und gilt deshalb schon seit langer Zeit als Symbol für die Begegnung von Ost und West.

 

Unterhalb der Brücke buhlen unzählige Souvenirläden und Verkaufsstände um die Touristen, was das Fotografieren manchmal erschwert.

 

 

 

Mostar ist im Krieg heiß umkämpft gewesen, wovon immer noch viele Ruinen zeugen oder Fassaden bewohnter Häuser mit Einschusslöchern, wie wir sie auch in anderen Orten gesehen haben. 

 

 

 

 

Das Gymnasium von Mostar ist ein Beispiel nicht nur für gemeinsamen Wiederaufbau nach dem Krieg, sondern auch für die mögliche Zusammenarbeit von serbisch-orthodoxen, katholischen, muslimischen und auch Lehrkräften mit jüdischer Abstammung. Der Unterrichtet findet zweisprachig statt auf Kroatisch und Bosnisch.

 

 

 

 

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Tagelang habe ich mich gefragt, welche Bedeutung die Rote Armee 1981 in Jugoslawien hatte. Bis wir endlich wieder Zugang zum Internet hatten und ich lesen konnte, dass es sich um einen Fußballclub handelt! Die Kombination mit dem Goetheinstitut und ener deutschen Bank finde ich trotzdem gut.

 

 

 

Zwischen Jajce und Mostar

Auf dem Weg in die bosnische Hauptstadt Sarajevo hatten wir in Vitez einen Zwischenstopp einlegen wollen, nur zum Übernachten, fanden aber das Autocamp Caroussel verschlossen vor. Also Weiterfahren ins Dinarische Gebirge nach Sarajevo, eine auf Hügeln erbaute Stadt. Wir fuhren gefühlt mindestens 2 Stunden rauf und runter, durch die Innenstadt und wieder zurück, bis uns das Navi durch eine spitzwinklige Kurve in eine zu beiden Seiten vollgeparkte Gasse schicken wollte. Damit hatten wir genug gesehen von dieser Stadt, und es war nichts dabei, was uns zum weiteren Kurven animieren konnte.

 

Genervt fuhren wir ins Autocamp Drina bei Foča, wo wir eigentlich erst 2 Tage später einlaufen wollten, und waren begeistert von der durchdachten und liebevoll gepflegten Anlage und der herzlichen Gastfreundschaft der Betreiberfamilie. Drina hießt der Fluss, an dessen Ufer das Camp liegt, auf dem auch Kanus vermietet werden.

Für den Dauerregen konnten die Besitzer nichts, und der feste Grasboden hielt den Wassermassen stand. Unsere Maggie konnte die Einfahrt gerade noch so meistern, ein paar Zentimeter mehr wären schon zuviel gewesen.

 

da kann die Landschaft noch so schön sein, stundenlanges Kurven in den Bergen bei Dauerregen macht mürbe und müde
da kann die Landschaft noch so schön sein, stundenlanges Kurven in den Bergen bei Dauerregen macht mürbe und müde

 

Bosnien-Herzegowina besteht zum großen Teil aus Bergen, der höchste ragt vor Montenegro mit fast 2.400 m in den Himmel. Manche sind reich bewaldet, andere karg und felsig, aber fast alle steil ansteigend. Das macht sie untauglich für Ski- oder Wandertourismus. Was wirtschaftlich schade ist für das Land und auch für Ausländer aus dem hohen Norden, die die schöne Landschaft verpassen und viele Sonnenstunden.

 

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20| Jajce

Blick von oben auf das Autocamp an der Jugendherberge
Blick von oben auf das Autocamp an der Jugendherberge

 

Jajce ist eine moderne Kleinstadt, deren Tourismus wie überall in Europa im vergangenen Jahr drastisch gedrosselt wurde. Umso mehr schienen die Bewohner und Gäste die letzten Augusttage zu genießen, auf den Terrassen der Cafés und Restaurants in der Fußgängerzone, abends beim Kinofestival im Kulturzentrum oder in der wunderschönen Landschaft. Und ja, auch hier gibt es einen 22 m hohen Wasserfall und Flüsse und Seen, wir bereuten unseren Abkehr vom Trubel in Kroatien nicht.

Zum Glück empfahl uns die freundliche Angestellte in der Tourist-Information eine Radtour, wir hätten uns ohne sie von der bergigigen Umgebung und fehlenden Radwegen abschrecken lassen.

 

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In einem kleinen Restaurant im Zentrum, gut besucht von Einheinischen, aßen wir jeder ein anderes Tagesgericht und zahlten inclusive Getränke und Trinkgeld gerade mal 14 €. Das Lokal war uns von einem Bosnier empfohlen worden, den ich nach den vielen Wagen der gehobenen Mittelklasse mit deutschen Kennzeichen fragen konnte, als er selbst einem solchen entstieg. Es entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung, während derer er auch von sich erzählte. Als Kind kam er 1972 mit seiner Familie nach Deutschland (Gastarbeiter hieß das früher), und genau wie er sind es Bosnier, die bei uns, in Österreich oder einem anderen Land Arbeit fanden und den Sommerurlaub in ihrer Heimat verbringen. Jetzt verstanden wir auch die vielen Rückfahrer an der Grenze.

 


 

AUF NACH BOSNIEN !

Von den Plitvicer Seen in Kroatien ist es ein Katzensprung bis zur Grenze nach Bosnien,  die erste bosnische Stadt ist Bihac. Nach 1/2 Std. Wartezeit verlief die Grenzkontrolle korrekt und reibungslos, uns wunderte nur, dass in der Gegenrichtung viele Fahrzeuge mit deutschen, österreichischen oder auch schweizer und belgischen  Kennzeichen einfach durchgewunken wurden. 

 

Grenzübergang von Kroatien nach Bosnien, wo uns die Autos der gehobenen Mittelklasse mit deutschem Kennzeichnen in der Gegenrichtung auffielen
Grenzübergang von Kroatien nach Bosnien, wo uns die Autos der gehobenen Mittelklasse mit deutschem Kennzeichnen in der Gegenrichtung auffielen

 

In Bihac machten wir einen Stopp am Einkaufszentrum BINGO. Auf dem Parkplatz dort und während der Fahrt durch die Stadt fielen uns mehr zerlumpte Menschen als gewohnt, streunende Hunde und reichlich Müll am Wegesrand auf. Immer noch sind die Folgen des Krieges an vielen Gebäuden zu sehen. Das alles sind Randerscheinungen, die ins Auge fallen und von der Tatsache ablenken, dass Bihac eine normal funktionierende Stadt ist mit Einwohnern, die zum größten Teil nichts anderes wollen als wir auch: Arbeit und ein festes Dach über dem Kopf, gesund und glücklich sein in Familie und Freundeskreis.

 

Die wild am Wegesrand streunenden Hunde begleiteteten uns auf dem Weg nach Jajce, unserem ersten Ziel. Und junge Männer, die uns auf langen Strecken ohne irgendeine Ansiedlung zu Fuß entgegenkamen. Zu Zweit, zu Dritt oder in größeren Gruppen. Mit Plastiktüten und zum Teil fahrigen Bewegungen, manche wirkten wie unter Drogen. Laut Aussagen einer Deutschen, die Bihac durch persönliche Beziehungen sehr gut kennt, handelt es sich um Migranten, die ein Lager im Süden Bosniens verlassen haben und versuchen, bei Bihac unbemerkt über die sogenannte grüne Grenze auf das Gebiet der Europäischen Union zu gelangen.

 

Während der Fahrt fielen uns auch die vielen Moscheen auf mit ihren eleganten Türmen, hoch und schlank mit dem Halbmond an der Spitze. Manchmal ragen gleich mehrere davon ins Blickfeld, in einem Dorf, mit nur wenigen Häusern drumherum oder auch schon mal allein auf weiter Flur