2. Teil unserer Herbstreise 2018 - PORTUGAL

 

vorher waren wir auf dem spanischen Festland unterwegs, darüber berichte ich hier

 


 

21. Oktober bis 6. November

 

21| und 22| Vila Nova de Cerveira - 23| Vila do Conde - 24| Torreira - 25| Aveiro - 

26| Coimbra  - 27| zwischen Coimbra und Lisboa (Montemor o Velho - Figueira da Foz - Batalha - Mafra) - 28| Lissabon - 29| von Lissabon zurück nach Spanien ( Porto Covo - Lagos - Capo San Vicente - Faro)

 


 

 

21| endlich in Portugal: VILA NOVA DE CERVEIRA

(unseren Besuch in Vila Nova de Cerveira 2017 siehe hier)

Heute (19. Oktober) haben wir Inga aus Hannover kennengelernt - und wieder mal was dazu gelernt. Inga ist 24 und am 3. September von ihrer Heimatstadt aus mutterseelenallein mit dem Fahrrad losgefahren und heute in Portugal angekommen. Sie fährt mitnichten ein Mountainbike für mindestens 2.000 €, sondern das Blechrad, das ihre Eltern ihr zum 11. (!) Geburstag geschenkt haben. 

 

Wir waren mit unseren schnieken E-Bikes am Ufer des Minho unterwegs. Allerdings funktionierte bei meinem heute der Computer nicht, ich musste die 25 kg mit alleiniger Muskelkraft bewegen. Aus Solidarität hat Gabriel seinen auch ausgeschaltet. Inga sahen  wir auf einer Bank sitzen beim Pause machen. Es dauerte gerade zwei Sätze auf Englisch bis wir merkten, dass wir beide Deutsche sind. 

Der Mut dieser fröhlichen jungen Frau hat uns beeindruckt, von dem Willen und der Kraft Berg und Tal zu überwinden ganz zu schweigen. Inga bot uns sofort von ihren Keksen an. Eine halbe Stunde später rauschte sie mit ihrem blonden Schopf im Sausewind an uns vorbei, sie will heute in Caminha übernachten. Gute Nacht und gute Reise Inga, es war uns ein Vergnügen dich getroffen zu haben.

 

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Seit vorgestern (17. Oktober, endlich bin ich mit den Reisenotizen auf dem Laufenden - Juhuhhh!) - seit vorgestern also sind wir in Vila Nova de Cerveira, auf demselben Parkplatz wie vergangenen Herbst. Der offizielle Stellplatz gleich nebenan mit seinen 4 Parzellen ist belegt, an die 20 weitere Wohnmobile stehen kreuz und quer auf dem Parkplatz. Niemand scheint sich daran zu stören. Bisher haben wir grosses Gluck gehabt und wurden von keiner der vielen Wetterkatastrophen in diesem Herbst direkt getroffen. 

 

Der zweite Blick auf den Ort ist ein intensiverer. Erst jetzt fällt uns auf, dass nicht zufällig eine Stierskulptur auf dem Hügel über dem Ort steht. Der Stier ist DAS Tier von Vila Nova de Cerveira und wurde von einem Künstler oder einer Künstlerin, deren Namen ich leider nirgends gefunden habe, in allen Strassen plakatiert. Wahrscheinlich aus Anlass der diesjährigen Biennale, die schon zum 40. Mal stattfand.

 

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Und neue Häkelarbeiten gibt es! Die komplett behäkelte Hausfassade aus dem letzten Jahr wurde anscheinend aufgereppelt. Dafür haben fleissige Hände Blumenkästen umhäkelt, Muster an die Wand gepinnt oder blühende Pflanzen hoch ranken Lassen. Ob das die Frauen in den jeweiligen Häusern dahinter machen?

 

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Ein Werk hat es mir besonders angetan, im vergangenen Jahr gelang mir bei trübem Wetter leider nur ein schlechtes Bild. Es handelt sich um die Arbeit "The wall of shame" des Künstlers Enrique Silva aus dem Jahr 2013. 

Dabei bezieht er sich auf die kilometerlangen Mauern/Wälle zwischen den USA und Mexico einerseits und zwischen Israel und Palästina andererseits. Nach der Welt greifende Kunst im Dorf, das gefällt mir.

 

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Neben, zwischen und über all der Kunst gibt es natürlich noch das ganz normale Dorf mit seiner Kirche, dem weiten Dorfplatz und der alten Burg. Einige alte Gassen und ein Neubaugebiet, viel Weiss und grosse Flächen fallen mir  auf nach all den engen Dörfern in Spanien. Und so ganz normal scheint es denn doch nicht zu sein mit seinem Kino-Theater, modernem Hallenbad und einer Fachhochschule für Design. 

 

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22| Markttag in VILA NOVA DE CERVEIRA

Heute am 20. Oktober ist unser dritter Tag in Vila Nova de Cerveira, und das Dorf hat sich in eine spanische Enklave verwandelt. Es ist Samstag und damit Markttag, es ist fantastisches Wetter und damit ein guter Tag für die Restaurants, die schon am frühen Vormittag alle verfügbaren Tische und Stühle auf die Terrassen stellen, manchmal auch auf die gegenüberliegende Strassenseite. Die Strasse durch den Dorfplatz ist für Autos gesperrt. Das Parken kostet heute einen Euro (nur bei den Wohnmobilen kommt niemand kassieren), und bis zum Mittag ist jeder verfügbare Platz zugeparkt. Erst jetzt, in der Dämmerung, leert es sich. Wir konnten es kaum glauben, aber gut 90 % der Autos kommen aus Spanien.

 

Der Markt mit ausschliesslich Ständen von Portugiesen besteht zu 90 % aus Textilien, Bekleidung und Tischwäsche, Vorhänge. Alles sehr günstig. Daneben Geschirr und Haushaltswaren, Blumen und Gemüse, ein wenig Kunsthandwerk. Die Spanier aus der näheren Umgebung nutzten ihn für einen Tagesausflug, verbunden vielleicht mit einem Mittagessen und Spaziergang. Die gepflegte Grünzone entlang des Flussufers bietet sehr viel für Kinder und ist gut besucht.

 

Vila Nova de Cerveira überzeugt uns immer mehr. Der Ort scheint so etwas wie ein Knotenpunkt im Norden Portugals zu sein und tut viel, um diese Anziehung zu nutzen und den Besuchern etwas zu bieten. Einschliesslich kostenloses Parken und Service für Wohnmobile. Wer hier einige Tage bleibt, tut normalerweise auch einiges, um die kleinen Geschäfte am Leben zu halten. Schon allein, weil es keine großen gibt.

 

 

 

Gabriel guckt über den Rio Minho hinweg rüber nach Spanien

 

 

 

 

 

23| der Butt von VILA DO CONDE

Von der Stadt Vila do Conde (30.000 Einwohner) haben wir am heutigen Sonntag (21.10.) wenig, aber wesentliches gesehen. Das Navi wollte uns korrekter Weise nach rechts abbiegen lassen in die Einfahrt auf den Parkplatz für Wohnmobile. Glücklicherweise sahen wir gerade noch rechtzeitig in einigen hundert Metern Entfernung vor uns Wohnmobile stehen, aufgereiht wie eine Perlenschnur. Ein wilder Parkplatz auf festem Sand am Ufer des Flusses Ave, der hier ins Meer mündet. Genauso voll, aber viel besser als der offizielle Parkplatz und mit grösserem Abstand zur Strasse. Auf beiden Plätzen stehen fast ausnahmslos Portugiesen, nur zwei französische Fahrzeuge haben wir gesehen und ein deutsches.

 

 

 

von beiden Plätzen gelangt man schnell in den kleinen Hafen

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Mit hungrigen Mägen gingen wir immer der Nase nach und wurden schnell fündig. Nach Vila Nova de Cerveira fahren die Menschen am Samstag zum Einkaufen auf dem Markt, nach Vila do Conde kommen sie sonntags zum Fischessen in einem der Restaurants am Hafen. Es riecht nicht nach Fisch, sondern nach Rauch, weil auf dem Gehweg neben den Terrassen gegrillt wird. Wir hatten grosses Glück und ergatterten einen letzten Tisch, und  grosses Glück hatten wir auch mit dem Restaurant Adega Gavina: Unser Butt war frisch und köstlich und ganz fest im Fleisch. Die Kartoffeln kamen in ihrer Schale  auf den Punkt gegart, das Mangold war mit schwarzen Oliiven angereichert. Dazu das typische, etwas  süssliche portugiesische Maisbrot und ein reifer Weisswein, zum Abschluss Café - mit insgesamt 50 € waren wir dabei.                                    

 

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zum Tagesabschluss ein schöner Sonnenuntergang über dem Meer,

was will der Mensch noch mehr? 

 

vielleicht einen Sonnenaufgang auf der anderen Flussseite,

Blick aus unserer Aufbautür um 7.30 Uhr

 

Bei einer Radtour am nächsten Vormittag (22. Okt.) entdeckten wir diese Möglichkeit für Wohnmobile am Sporthafen, einige Kilometer entfernt, aber immer noch zu Vila do Conde gehörend. Auch hier ein unkompliziertes wildes Parken, und noch dazu ein Restaurant mit Take-Away. Für 22 € gutes und reichliches Essen, genug für zwei Tage. An diesem neuen Teil der Stadt zieht sich der Sandstrand entlang und geht nahtlos in die nächste Stadt über, Póvoa de Varzim.

 

 

 

Leben im öffentlichen Raum,

wie es um diese Jahreszeit nur im Süden Europas möglich ist

 

 

 

 

 

24| Muschelsucher in TORREIRA

Die paar Tage im Oktober 2017 in Torreira waren einfach nur klasse, deshalb stelle ich auch Fotos von jenem Jahr ein. Diese Farben der Boote, hier sah ich sie das erste Mal, wenig später wieder in Aveiro, dem Venedig Portugals. Diese Ruhe zwischen Lagune und Meer. Erst am zweiten Tag begriff auch ich, dass der Hafen der Muschelfischer (und anderes Krustengetier) nicht am Meer liegt, sondern an der Lagune. Erst als wir mit dem Rad quer durch den kleinen Ort fuhren, sahen wir auf der anderen Seite das Meer mit seinem breiten und kilometerlangen Sandstrand. Um den Dünengürtel nicht zu zerstören, ist auch hier der Zugang zum Strand nur über einen erhöhten Weg aus Holz zu erreichen.

 

 

 

Ein fantastischer Blick vom Parkplatz, wir standen in beiden Jahren an derselben Stelle.

 

Auf unserer Herbstreise 2018 kehrten wir nach Torreira zurück und standen wieder am Hafen der Muschelfischer, diesmal allein. Ein traumhafter Platz bei traumhaftem Wetter Ende Oktober. Wir waren nicht im Weg und nahmen  niemandem die Sicht, hatten nicht das Gefühl zu stören. Zumindest nicht bei nur einer Übernachtung. Bei längerem Aufenthalt / Urlaub im Blickfeld dieser hart arbeitenden Menschen würde ich mich glaube ich unwohl fühlen.

Um 6 Uhr in der Früh kommen die Frauen und Männer an, gegen 7 Uhr fahren sie raus. Nicht weit entfernt suchen sie hauptsächlich Berberechos (Herzmuscheln) und fahren damit ans Ufer, wo sie den Fang in grossen Sieben durch immer wieder Hin- und Herschütteln grob säubern. Noch im Boot füllen sie Netze mit den Muscheln und bringen diese in Schubkarren zu den wartenden Lastwagen. Am frühen Nachmittag bringen Auto oder Fahrrad sie nach Hause.

 

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frühmorgens laufen die Boote aus, am Vormittag kommen dann Lieferwagen und

holen die "Ernte" ab

 

 

Blick aus der Fahrerkabine am Abend...

 

 

... und am frühen Morgen

 

 

 

 

 

25| AVEIRO hat nicht nur Kanäle 

Aveiro gilt als das Venedig Portugals, was wohl an den bunten Gondeln liegt, mit denen man sich für 10 Euro durch den Kanal schippern lassen kann. Nun war ich noch nie in Venedig, aber ein paar mehr Kanäle als Aveiro hat es bestimmt, von den Palästen ganz zu schweigen. Damit kann Aveiro nicht punkten, dafür aber mit  einen sehr modernen Stadtteil, den wir auf unserer erfolgreichen Suche nach einem Geschäft für Fotobedarf entdeckten. So kam ich heute (24. Okt.) endlich wieder zu einem Polarisatiosfilter! Ob der die Fotos besser macht?

 

Die Wohnmobile stehen am Stadtrand auf einem gemischten Parkplatz, zum Teil unter der Eisenbahnbrücke. 2017 wurde in der Umgebung viel gebaut, jetzt immer noch, aber der Lärm hält sich in Grenzen. Sogar Toilettenhäuschen stehen am Ausgang. Von dort ist man schnell im alten Teil der Stadt mit dem Fischmarkt und vielen vielen Restaurants am Kanal und in den Seitenstrassen.

 

 

 

diese geschwungene Brücke führt in die Stadt

 

 

Fotos von unsererem Aufenthalt in Aveiro 2017, 2018 waren hier zu viele Bauzäune

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Im Internet hatten wir einen Laden mit Fotokameras und Zubehör ausfindig gemacht und tippelten unter glühender Sonne durch den modernen Teil der Stadt dorthin. Wir fanden das äußerlich unscheinbare Geschäft im Industriegebiet, wurden aufmerksam und kenntnisreich  bedient und konnten den Laden glücklich mit einem neuen Blaufilter für das Objektiv verlassen. Zur Erinnerung: Ich verlor ihn im Ebro-Delta zu Beginn der Reise.

 

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Auf dem schweißtriefenden Rückweg gab es mal wieder eine Überraschung: Anna´s Restaurant. Bei DEM  Namen mussten wir natürlich rein, zumal wir sowieso Hunger hatten.

Die Einrichtung ist so funktional-modern und gleichzeitig mit Material und Farben ansprechend gestaltet wie das ganze Viertel. Das Personal einschliesslich Chef (der englisch spricht und klasse aussieht, das will ich hier nicht unterschlagen) immer lächelnd und freundlich, schnell und effektiv. Das Essen gut und reichlich. Für 33 € hatten wir eine Vorsuppe, mit der in Portugal fast jedes Mittagsmenu beginnt, Gabriel Gulasch und ich Fisch als Hauptgericht, 2 Bier und 2 Gläser Wein, einen köstlichen Nachtisch in Form von Mousse au Chocolat mit Portwein für mich und einen Digestif für Gabriel. Unbedingt empfehlenswert ist dieses Restaurant mit seiner entspannten Atmosphäre und dabei frei von Touristen. Hier essen Menschen, die in der Nähe arbeiten oder wohnen. An diesem Dienstag war es vor allem jüngerer Gäste, die beiden Kellnerinnen und der Chef hatten gut zu tun. Wer die Namensgeberin des Restaurants ist, hat sich mir leider nicht erschlossen.

 

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26| Studieren in COIMBRA 

Auch in Coimbra sind wir zum zweiten Mal und treffen einen deutschen Wohnmobilisten wieder, den wir hier vor fast genau einem Jahr kennengelernt haben und der uns gute Tipps für die Weiterfahrt gegeben hatte. Er reist mit dem heiligen Christopherus, den er auf das Heck seines Fahrzeugs hat malen lassen, und einer kleinen Mischlingshündin, deren ruhiges Gemüt zur Furie wird, sobald ein Fremder "ihrem" Wohnmobil zu nahe kommt. 

 

Die meisten Deutschen, die an der Algarve überwintern, scheinen jedoch durch den Norden und das Zentrums Portugals durchzubrettern bis in den sonnigen Süden. Dabei haben wir bislang auch hier konstant über 20 Grad und Sonne, aber ab morgen soll es kälter werden. 

 

auf dem Parkplatz in Coimbra 

 

 

die Fußgängerbrücke über den Fluss Mondego führt in die Altstadt

 

 

toller Blick von der Brücke auf die Stadt

 

 

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schöne alte und auch neue Kacheldekoration

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In Coimbra befindet sich eine der ältesten Universitäten Europas, die wir 2017 besichtigt haben. Was ich am besten fand: Dort herrscht immer noch reges studentisches Leben. Die meisten Uni-Gebäude, vor allem die alten, liegen auf dem höchsten Punkt der Stadt, junge Leute beleben die steil hochführenden Strassen, aber auch Autobusse bringen sie bis vor die Tür. 

 

Für den Eintritt in die Bibliothek mussten wir Schlange stehen, und die Aufenthaltsdauer ist begrenzt. Aber es lohnt sich, sie einmal zu sehen!

 

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27| zwischen Coimbra und Lisboa

In Coimbra begann der Himmel sich zu verdunkeln und schickte die ersten Regentropfen und Windböen. Auf dem Weg nach Lissabon wurde es dann richtig stürmisch mit Windstärken bis zu 80 km/h und Dauerregen. Nur ganz selten mal konnte sich die Sonne kurz durchsetzen und ein paar Strahlen zwischen die Wolken schieben.

 

 

 

MONTEMOR O VELHO.

Von Coimbra aus fuhren wir in diesen kleinen Ort. Noch regnete es nicht, wurde aber derart stürmisch, dass wir uns einen Parkplatz ohne Bäume oder Verkehrsschilder in der Nähe suchten. Davon standen allerdings kaum noch welche, Tage zuvor hatten Sturmböen fast alle Metallpfähle kurz über dem Boden abgeknickt. Wegweiser wiesen in den Himmel und Geschwindigkeitsbeschränkungen und Parkverbote waren mit ihrer Botschaft auf Erde oder Asfalt gelandet. Wir wechselten mehrmals den Platz, bis unsere Maggie fest auf ihren Rädern stand und nicht mehr hin und her schwankte.

 

Blick aus dem Küchenfenster auf die Burg in Montemor o Velho bei Wind und Sonne

 

 

 

 

FIGUEIRA DA FOZ

Von Montemor o Velho ging es weiter nach Figuriera da Foz, wo wir 2017 bei fantastischem Herbstwetter und in anregender Gesellschaft mehrere Tage auf dem Parkplatz am Meer blieben. Jetzt reichte uns eine Nacht vollkommen aus. Der Platz war bedeckt mit Sandverwehungen vom nahen Strand und mit unzähligen Glassplittern, und Sand hatte auch die Grauwasserentsorgung verstopft. Der grosse Sturm einige Tage zuvor hatte Fenster eingeschlagen genauso wie dünne Mauern. Der grosse Parkplatz ist am Wochenende kostenlos. Im vergangenen Jahr standen hier am Samstag und Sonntag über 30 Wohnmobile, an diesem Wochenende waren es gerade mal fünf. 

 

auf der an den Stellplatz angrenzenden Mole konnte ich unmöglich bis zum Leuchtturm gehen, dafür war der Wind zu stark

 

 

 

 

BATALHA

Am Montag in Batalha hatten wir Glück mit dem Wochenmarkt neben dem Womo-Parkplatz, der auch Ver- und Entsorgung bietet. Der Abfluss unseres Küchenwaschbeckens war verstopft, und auf dem Markt konnten wir für 2 € einen wunderbaren  schwarzen Saugnapf am pinkfarbenen Stiel erstehen. Es lag bestimmt nicht an diesen Farben, dass das Abwaschwasser wieder einwandfrei abläuft.

 

Stellplatz zwischen Sportanlagen und dem Monasterio (Kloster) von Batalha

 

 

Kloster von Batalha mit vielfarbigen Mauern

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MAFRA

Trotz Regen hatte wir auch in Mafra grosses Glück, und zwar mit dem besten Waschsalon, den wir bisher betreten und benutzt haben. Gross und grosszügig ausgestattet mit Stühlen, Sesseln und hohen Tischen, um die Wäsche bequem zusammenlegen zu können. Waschmaschinen für 8, 10, 16 oder gar 24 kg stehen zur Verfügung und drei Trockner, und alles ist blitzeblank sauber. Der Besitzer selbst war anwesend und beriet hier und half dort; der Automat für den Münzeinwurf ist gleichzeitig Bildschirm, an dem man die Restzeit seiner Maschine ablesen kann. Auch auf englisch. Auf einer Wand werden Musikvideos gezeigt. Ich fürchte, auf meine alten Tage werde ich noch zum Waschsalon-Freak.

 

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Auch der Stellplatz hat es in sich mit offiziell sieben Parzellen auf dem Parkplatz zwischen zentraler Busstation und Schloss. Hier gibt es sogar Strom kostenlos, und weit mehr als sieben Anschlüsse, weshalb auch alle für Busse ausgewiesenen Parkplätze von Wohnmobilen belegt waren. Dort braucht man allerdings Verlängerungskabel.

 

 

 

hier das Schloss der Superlative, über drei Hektar gross mit 1.200 Zimmern (braucht man die?) und Kirche im Innenhof, fotografiert auf dem Weg zum Waschsalon, als kurzfristig die Sonne rauskam 

 

 

 

 

 

28| Camping in LISBOA

Nach sechs Wochen, in denen wir frei standen oder auf Parkplätzen und Stellplätzen übernachteten, entschieden wir uns in Lissabon für den städtischen Campingplatz. Wir fühlten uns dort sicher, und der Weg in die Innenstadt ist unkompliziert mit der Bushaltestelle vor der Tür. Ca. 35 Minuten dauert die rasante Fahrt mit der Linie 714 über holprige Strassen und kostet nur 1,85 €. Vier Nächte blieben wir und genossen nach den langen Wochen der Entscheidungsfreiheit auf der Strasse die Sorgenfreiheit und Bequemlichkeit, die Wasserver- und -entsorgung und ein Stromanschluss an jeder der grossen Parzellen für Wohnmobile bieten. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt mit Wachdienst an der Pforte.

 

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Was kann ich über Lissabon schreiben, das nicht schon irgendwo festgehalten ist? Da bleibt eigentlich nur mein ganz persönlicher Eindruck. Wie immer hatten wir nach einigen Wochen unterwegs kein Zeitgefühl mehr und dachten nicht daran, dass wir Lissabon ausgerechnet an einem Brückenwochenende besuchten. Am Donnerstag, dem 1. November, war Allerheiligen. So haben wir eine von Touristen (dazu zähle ich auch uns) überfüllte Stadt gesehen, in der die alteingesessenen Bewohner zusehen müssen, wie sie zurechtkommen.

 

In Lisboa passiert dasselbe wie in anderen Städten, die gerade in Mode  sind und wo die Massen genau das zerstören, weshalb sie kommen: Das besondere Flair einer Stadt am Hafen, auf Hügeln gebaut, mit grandiosen Bauten auf weiten Plätzen und dem malerischen Charme enger Gassen. Irgendwie verrückt: In Palma de Mallorca, in Barcelona und Madrid fallen an verlängerten Wochenenden Nordeuropäer ein, und in Lissabon hörten wir in den Strassen und sahen wir auf dem Campingplatz fast nur Spanier.

 

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Nur in dass diesen Gassen viele Häuser leerstehen mit zugemauerten Fenstern und Türen, damit sie nicht besetzt werden. Häuser, die verkommen und verfallen. Gruppen von Touristen fahren auf gemieteten E-Bikes das Kopfsteinpflaster rauf und runter. Manchmal müssen sie einer Gruppe von herumlungernden Jugendlichen ausweichen, und auf abschüssigen Strassen müssen sie sich so darauf konzentrieren, heil herunter zu kommen, dass sie ihre Umgebung gar nicht wahrnehmen können.

 

Wenn Häuser renoviert werden, dann meist, um die neu entstandenen Apartments teuer an Touristen zu vermieten; Einheimische können sich das Leben darin nicht leisten. Vielerorts können sie auch nicht mehr wie vor wenigen Jahren noch in der Mittagspause im Restaurant um die Ecke essen, denn dort sind die Preise enorm gestiegen und stehen schon Touristen Schlange. Und gleichzeitig wissen viele, dass sie die Touristen brauchen. 

 

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Schlange standen auch wir, vor dem Eingang zum Castillo do San Jorge. Die Besichtigung des Schlosses haben wir uns erspart, aber den Rumdum-Blick auf die Stadt und den Fluss Tejo sehr genossen. Von dort oben fiel uns das Fehlen von Grün auf, wir sahen keinen großen Park und überhaupt nur wenige Bäume. 

 

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In Lissabon gibt es mehrere Aufzüge, die zwischen der Ober- und der Unterstadt verkehren und neben dieser simplen Funktion selbst zur Attraktion geworden sind. Hier einer von ihnen, vermutlich der älteste.

 

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Und immer wieder diese Kacheln an den Hausfassaden oder Innenwänden! Daran kann ich mich einfach nicht sattsehen. Wem das zuviel Muster ist, einfach die folgende Bildergalerie überspringen. Berühmt ist die Konditorei Pastéis de Belém im gleichnamigen Stadteil für ihr Gebäck, aber auch für die blauen Kacheln in ihren Räumen. Angeblich stellen sie seit 1837 die besten  dieser leckeren kleinen Blätterteigküchlein her mit einer Art Sahne-Pudding-Füllung. Wer glaubt, dort am Wochenende einfach reingehen und sich so ein Teilchen kaufen zu können, der irrt gewaltig. Schlange stehen ist angesagt, drinnen wie draussen, und wer ein Plätzchen ergattert, ist von ungeduldig Wartenden umzingelt. Ganze Busladungen werden von ihren Guides durch die schönen alten Gasträume zu den Toiletten geschleust unter lautstarker Ankündigung der Abfahrtszeit.  Aber wer weiss, vielleicht ist ja der Montagmorgen ein günstiger Moment.

 

und ja, auch diese Bildchen lassen sich mit einem Klick vergrößern

 

 

 

 

 

29| von Lissabon zurück nach Spanien

Wir hatten Glück in den Tagen in Lisboa, Glück mit dem Wetter. Eine gesunde Mischung aus Sonne und Wolken mit gemässigten Temperaturen, aber nicht kalt. Nur wenige Regentropfen trafen uns auf offener Strasse. Die dicken Schauer prasselten nachts herunter, während wir es kuschelig warm und trocken hatten in Maggies Bauch. All die heftigen Unwetter dieses Herbstes mit ihren furchbaren Folgen haben wir bisher mit mehr Glück als Verstand umfahren.

 

 

 

PORTO COVO

Auch in Porto Covo machten wir unseren Spaziergang im Trockenen, wenn auch bei heftigem Wind. Ein Touristendorf mit kaum mehr als 1.000 Einwohnern. Ein ruhiges weisses Dorf mit immer noch belebter Hauptstrasse und Häusern nicht höher als ein Stockwerk.  Als die Sportanlagen des Dorfes neu errichtet wurden, hat die Gemeinde aus dem ehemaligen Fussballplatz kurzerhand einen Stellplatz für Wohnmobile gemacht mit Möglichkeit der Ver- und Entsorgung für 3 € die Nacht. Schön ist der Platz nicht, aber geschützt und eben so gross wie ein Fussballfeld. Im Häuschen am Eingang kassiert eine nette junge Frau die 3 € von jedem, egal ob er über Nacht bleibt oder nur sein Wasser wechseln und die Kassette leeren will. Und das sind nicht wenige, nämlich all diejenigen, die einen freien Platz mit Blick aufs Meer bevorzugen. Uns war es dort entschieden zu windig.

 

Der Platz ist gut ausgeschildert, und damit nicht trotzdem viele  Riesen die schmalen Strassen blockieren, sind diese gesperrt für Wohnmobile. Ein Dorf, das Wohnmobile willkommen heisst und sich schützt vor zu viel Verkehr.

 

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LAGOS 

ist eine Kleinstadt und fest in englischer Hand. Auf den Strassen hörten wir so viel englisch wie in manchen Orten Mallorcas deutsch. Die Speisekarten der Restaurants sind auf portugiesisch und englisch, und britische Geschäfte gibt es ebenso viele wie Immobilien-Makler. Die Strassen mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants und die schönen Plätze sind auch im Herbst voller Leben - aber bei unserem kurzen Aufenthalt leider auch voller Regen, so dass wir kaum fotografieren konnten.

 

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CAPO SAN VICENTE 

ist das portugiesische Finisterre = Ende der Erde/Welt. Auf dem Weg dorthin stellen viele Surfer ihre Camper ab, was offensichtlich geduldet wird. Wie im spanischen Finisterre erwartet den Besucher am Ende ein Leuchtturm mit Betriebsgebäude, dessen Pforte an diesem Tag aber geschlossen war. 

 

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FARO

Zu Faro kann ich nur sagen: Wir haben es von weitem gesehen, uns zum Mittagessen auf den Wohnmobilbereich des LIDL-Parkplatzes gestellt und sind weitergefahren nach Spanien.

 

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