Teil I der Herbstreise 2018 - Beginn unten auf dieser Seite

Stationen des 1. Teils, über die nummerierten Orte gibt es Berichte: 

1 Vinyonet Nou - 2 Ebro-Delta - Forcall - Morella - Alcañiz - 3 Albarracín - 4 Teruel - 5 von Aragon nach Castilla La Mancha (Landschaftsbilder) - 6 Cuenca - 7 Ciudad Encantada - Guadalajara - 8 Granja San Ildefonso -

9 Segovia - 10 Ávila

 

10| Rummelplatz in Ávila

Nie gucken wir ins Internet, bevor wir einen Ort anfahren. Das hat uns schon manche Überraschung beschert und zur Planänderung bewegt, was immer eine Erfahrung wert ist. Im Fall von Ávila war es die jährliche Feria (Jahrmarkt), die uns einen Strich durch die Rechnung machte. Vom 2. (unserem Ankunftstag) bis zum 23. Oktober war deshalb der Platz für Wohnmobile gesperrt.

 

Unser Glück war eine freundliche Anwohnerin, die uns eine Ausweichmöglichkeit um zwei Ecken herum empfahl. Eine ruhige Sackgasse, viel besser als der grosse Parkplatz! Die Dame hasst im Übrigen die Feria, ist diese doch eine tägliche Verführung für ihre Kinder.

Ausweichplatz in ruhiger Sackgasse
Ausweichplatz in ruhiger Sackgasse

Ávila beeindruckt mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer, die auf einem kleinen und getrennt davon einem grossen Teilstück begangen werden kann. Vom Parkplatz aus gelangt man über einen sanften Treppenaufstieg zu einem der drei Eingänge, die beiden anderen sind bei der Kathedrale. Eintritt 5 €, Rentner 4 €. Wir kamen nach dem Mittagessen an und hatten Glück: Zwischen 14.00 und 16.00 Uhr ist der Zugang gratis.

 

Die römische Mauer aus dem 12. Jahrhundert ist ein Bauwerk der Superlative mit was weiss ich wie vielen Türmen, Zinnen und Gucklöchern nach draussen. Auch die Anzahl derTreppen ist nicht zu verachten, also nchts für Gehbehinderte. Hinter der Kathedrale, am Haupteingang, fährt ein Aufzug die Besucher nach oben, aber auch der Zugang vom Stellplatz aus ist mit wenigen Stufen relativ bequem. Die Kasse liegt etwa versteckt links hinter dem Tor.

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Laden für den katholischen Bedarf
Laden für den katholischen Bedarf
hier gibt es Yellow Press und auch im Herbst noch kaltes Wasser
hier gibt es Yellow Press und auch im Herbst noch kaltes Wasser
dieses angeregte Paar fand ich klasse, und sie gaben mir die Erlaubnis, ihr Bild ins Internet zu stellen
dieses angeregte Paar fand ich klasse, und sie gaben mir die Erlaubnis, ihr Bild ins Internet zu stellen

9| Aquädukt von Segovia

Wir waren schon zum zweiten Mal iin Segovia, und jedes Mal in höchst eingeschränkter Kondition. Vor Jahren kamen wir mit dem Zug aus Madrid, es war eisig kalt und Gabriel schwerst erkältet. Wir schafften es gerade mal ins erstbeste Restaurant und mit dem nächsten Zug wieder zurück. Der Bahnhof liegt weit außerhalb in der Wallachei,  regelmäßiger Busverkehr verbindet ihnit der Stadt.

 

Dieses Mal brachte uns Maggie hin, und das Wetter war vom feinsten, aber ich äusserst geschwächt durch eine vorausgegangene Revolution der Gedärme. Aus welchem Grund auch immer. Ein paar Fotos haben wir trotzdem gemacht. Die Araber brachten wahrhaft  Erstaunliches zustande mit diesem lebenswichtigen Bauwerk, das Wasser aus den Höhen in die Stadt beförderte. Noch heute wird der ganze Ort davon bestimmt, jetzt allerdings für den Tourismus.

Stellplatz an der Plaza de Toros
Stellplatz an der Plaza de Toros

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8| Springbrunnen in Granja San Ildefonso

Der königliche Rokoko-Palast (erbaut 1721-1724 )  in der Nähe von Segovia lohnt einen Besuch auch im Herbst, wenn nach dem trockenen Sommer kein bisschen  Wasser die insgesamt 21 Springbrunnen speist. Wir haben nicht den Palast besichtigt, sind aber stundenlang durch die Gärten spaziert (kostenlos) und waren beeindruckt von deren Architektur. Nicht empfehlenswert ist der Besuch an einem Wochenende, wenn die Spanier bei schönem Wetter aus ihren Städten fliehen und es proppenvoll wird.

 

Der kleine gepflegte Stellplatz ohne Service liegt ausserhalb des historischen Dorfkerns neben einer alten Glasfabrik. Am Anfang irritiert die ärmliche Umgebung, die  Kehrseite des königlichen Palastes. Nach einem kurzen Spaziergang tritt man durch ein schmiedeeisernes Tor in das alte Dorf und hat die Wahl zwischen preiswerten und teuren Restaurants in alten Gassen oder  unter hohen Bäumen in parkähnlicher Anlage. Die Gartenanlage hinter dem Schloss ist ein Rokoko-Traum in gross.

Stellplatz Granja de Ildefonso an der Glasfabrik - anklicken zum Vergrößern

7| eine verzauberte Stadt

Auf unserem Weg von Cuenca nach Ávila fuhren wir entlang der gut ausgeschilderten Ruta túristica auf breiter Landstrasse in 1.000 bis 1.500 m Höhe, mal mehr, mal weniger. Teilweise waberte dichter Nebel unten in den Tälern. Castilla la Mancha bot uns dichten Kiefernwald mit Pilzsuchern in den Lichtungen, später kamen Birken, Ulmen und Eichen dazu. Auf der Hochebene fuhren wir an Sonnenblumenfeldern vorbei, auch eine Schafherde sahen wir. Nur eines nicht: Kein einziges Wohnmobil  weit und breit.

 

Vor der Ciudad Encantada (verzauberte Stadt) liegt das Fenster des Teufels (la ventana del diábolo). Ein Vorgeschmack auf die Ciudad Encantada, auf die Formung der Felsen durch Wind und Wetter seit der Zeit, als noch Dinosaurier zwischen Wald und Felsen lebten.

La Ventana del Diábolo - anklicken zum Vergrössern

Die Ciudad Encantada war bei unserem Besuch geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 5 €, Rentner 4 €. Für uns gut investiertes Geld, denn die verzauberte Stadt bezauberte uns nicht nur durch ihre Felsformationen. Wir waren am Freitag (28.09) kurz nach 10 Uhr dort und trafen auf dem  2,5 km Langen Rundweg lediglich ein zweites Besucherpaar und konnten die Natur in ihrer Stille geniessen. Die Scharen an Besuchern strömten uns entgegen, als wir schon wieder kurz vor dem Ausgang waren.  Einer von vielen Orten, die man nicht am Wochenende besuchen sollte.

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der Kuss
der Kuss

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ein Meer aus Stein
ein Meer aus Stein
auf dem Parkplatz stört wahrscheinlich auch eine Übernachtung nicht
auf dem Parkplatz stört wahrscheinlich auch eine Übernachtung nicht

Die dritte Attraktion auf unserem Weg war die Quelle des Flusses Cuervo (nacimiento del rio Cuervo). Im Frühjahr ist das wahrscheinlich ein grosses Ereignis, aber nach diesem trockenen Sommer konnte von Sprudeln oder gar Prasseln des Wasser über die Felsen bergab ins Flussbett nicht die Rede sein. Der Weg war also das Ziel. Ausreichender Parkplatz, 2 Restaurants und ein bequemer Zugang selbst für Rollstuhlfahrer über hölzerne Wege.

Nacimiento del rio Cuervo - anklicken zum Vergrössern

6| Hängende Häuser in Cuenca

Cuenca ist berühmt für seine "hängenden" Häuser. Natürlich sind sie nicht irgendwo aufgehängt, sondern es handelt sich um Häuser, die zum Teil über einen Abgrund ragen. Es fehlt in dieser felsigen Gegend einfach an zu bebauender Fläche.

 

Für Wohnmobile gibt es einen Parkplatz etwas ausserhalb, ruhig gelegen an einem Fluss mit künstlichem Strand (playa artificial).  Von hier aus kann man auch verschiedene Wanderungen auf gekennzeichneten Wegen unternehmen. Die Cafeteria am Strand ist nur im Sommer geöffnet, ein Restaurant mit Terrasse ein Stück weiter in Richtung Stadt war ausgebucht. Vielleicht zum Glück für uns, dazu weiter unten.

gegenüber vom Parkplatz
gegenüber vom Parkplatz
Stadt auf Felsen
Stadt auf Felsen
Blick von unten
Blick von unten
die hängenden Häuser
die hängenden Häuser

Wer den Weg nach oben zum Castillo nicht scheut, wird mit einem fantastischen Blick auf die Stadt belohnt. Mal ganz abgesehen von dem Gang durch die alten Strassen und die Plaza Mayor mit dem Rathaus.

 im Vordergrund der Parador (staatliches Hotel in historischem Gebäude)
im Vordergrund der Parador (staatliches Hotel in historischem Gebäude)
Plaza Mayor mit Rathaus
Plaza Mayor mit Rathaus

Bei so viel Auf- und Abstieg bekamen wir Hunger und wurden von einer freudlichen Passantin in das Restaurant Marlo in der Calle Colón 41 geschickt, das uns positiv überraschte, in  mehrerer Hinsicht. (Unbezahlte Werbung)

 

Gabriel hatte seine Lesebrille nicht dabei und die Bedienung brachte ihm eine Auswahl an verschiedenen Stärken. Eine davon war perfekt! Aus der kleinen Karte ist mir vor allem mein Bacalao in Erinnerung mit festem Fleisch und auf den Punkt entsalzen (Bacalao ist in Salz konservierter Kabeljau). Auch die geteilte Vorspeise, dicke weisse Bohnen war sehr lecker und erstaunlich leicht. Obwohl wir keinen Nachtisch bestellten, bekamen wir einen hauchdünnen süssen Abschluss in Form einer Dachpfanne. Er bestand aus Eiweiss, Zucker und Mandelplättchen, alles fein geröstet.

 

Die Rechnung fanden wir mit 66 € angemessen, eine Flasche Wein und Café waren auch darin enthalten.

Restaurant Marlo - anklicken zum Vergrössern

5| Nichts als Landschaft

Auf der Fahrt von Teruel nach Cuenca fiel mir auf, wieviel Land in Spanien einfach nur so da liegt, weder bebaut noch landschaftlich genutzt ist. Dabei ist Castilla La Mancha die Kornkammer Spaniens. Karges Land mit trockener Erde in Ocker, Orange oder auch Rottönen, unterbrochen von zum Teil bizarren Felsformationen. 

 

Gabriel war so freundlich sehr langsam zu fahren, so dass ich aus dem Auto fotografieren konnte. Was bei dem wenigen Verkehr kein Problem war.

abgeerntetes Kornfeld
abgeerntetes Kornfeld
Sonnenblumenfeld, das auf die Ernte der Kerne wartet
Sonnenblumenfeld, das auf die Ernte der Kerne wartet

4| Über Teruel machen die Spanier ...

… den selben Witz wie die Deutschen über Bielefeld: Diese Stadt existiert angeblich gar nicht. 

Ich war noch nie in Bielefeld, aber über Teruel kann ich das Gegenteil bestätigen. Sehr viel mehr gibt es über die Stadt inmitten roter Erde nicht zu sagen, aber wenn man sowieso durch das innere Spanien fährt, lohnt sich eine Übernachtung auf dem Parkplatz und ein Spaziergang ins alte Zentrum. 

der gemischte Parkplatz ist besonders geschützt - anklicken zum Vergrößern

nach ca. 20 Minuten bergab erreicht man über die Brücke das alte Zentrum
nach ca. 20 Minuten bergab erreicht man über die Brücke das alte Zentrum

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3| Komische Mauer in Albarracín

Der kleine Ort Albarracín in der Provinz Teruel ist bekannt für seine Stadtmauer. Sie schliesst nicht wie sonst üblich den Ort sein, sondern führt von ihm weg auf einen Hügel hinauf, um dort im Nichts zu enden. Auf einem Fussweg steigt man hoch und folgt der Mauer auf den Hügel oder auch weiter hinaus in die Landschaft und hat von oben einen schönen Blick über das Dorf und Umgebung. Aber Achtung: Wegen der vielen losen  Steine auf dem Weg empfiehlt sich festes Schuhwerk!

 

Leider sieht man den meisten Fotos an, dass uns im Ebro-Delta der Polarisations-Filter von der Kamera gefallen ist. Sooo blau ist auch der Himmel über Zentralspanien nicht. Wir fanden ihn sogar wieder, aber zersprungen:

Parkplatz am Ortseingang, Womos nur tagsüber erlaubt - vielleicht weil in der Mitte ein Tanatorio = Leichenhalle liegt?
Parkplatz am Ortseingang, Womos nur tagsüber erlaubt - vielleicht weil in der Mitte ein Tanatorio = Leichenhalle liegt?
das rosa Haus links wurde perfekt in die Mauer integriert
das rosa Haus links wurde perfekt in die Mauer integriert

Blick von oben auf den Ort und Umgebung, anklicken zum Vergrössen

2| Reis und Mücken im Ebro-Delta

Man hatte uns gewarnt und wir waren darauf gefasst gewesen, aber dann passierte den lieben langen Tag gar nichts. Bei schönstem Sommerwetter  haben wir am 23. September zwei Radtouren  unternommen, vormittags und nachmittags  jeweils 25 Kilometer . Hauptsächlich durch Reisfelder. Dazwischen legten wir eine ausgiebige Siesta ein im überhitzten Wohnmobil und sahen oder hörten keine einzige Mücke weit und breit, weder innen noch draussen.

 

Bis sie im ungünstigsten Moment über uns herfielen, beim gemeinsamen Befestigen der Elektroräder auf dem Träger am Heck. Vor allem über mich fielen sie her, beim fünfzehnten Stich schickte Gabriel mich ins Womo und machte allein weiter.

 

Trotzdem wären wir gern länger geblieben, aber wir waren mit Freunden verabredet. Gerade mit dem Rad ist das naturgemäss flache Delta gut zu erkunden und mit seinen Feuchtgebieten abwechslungsreicher als wir dachten. Es ist nicht alles nur Reis. 

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz in Poble Nou del Delta. Hier leben nur noch ca. 250 Personen, den vielen Hostals und Restaurants nach zu urteilen die meisten von Touristen. Im Can Paquita haben wir gut und so reichlich gegessen, dass die restliche Paella noch die Hauptmahlzeit für den nächsten Tag hergab. 

Poble Nou del Delta - anklicken zum Vergrößern

Danach zogen wir um auf den privaten Stellplatz am Restaurant Casa de la Fusta, nicht weit entfernt vom Poble Nou del Delta. Ein grosszügig angelegter Platz in L-Form für 30 Wohnmobile. Erst wenn man durch den Langen Schenkel des L durchgefahren ist, sieht man den kürzeren Fuss. In ihm hat man die Chance auf einen ruhigen Platz im Schatten. Wir nicht, wir hatten es erst kurz vor der Abreise bemerkt. Die Übernachtung ist kostenlos, Wasser sowite Entleerung von Grauwasser und Toilette kosten zusammen 3 €. Es gibt einen Picknickplatz und viel Raum  zum Spielen für die lieben Kleinen, dazu ein Informationszentrum über das Delta.         

Stellplatz Casa de la Fusta
Stellplatz Casa de la Fusta
Radtour durch die Reisfelder
Radtour durch die Reisfelder

vom Reisfeld über Pflanzenbüschel zum Halm mit den Körnern

Im gesamten Ebro-Delta fand gerade das jährliche Delta Bird Festival statt. Jedes Jahr lockt es mehr Besucher auch aus dem Ausland an und ist zu einem wichtigen Faktor für den Erhalt dieses einzigartigen Feuchtgebietes geworden. Wir wollten die Profis und Hobby-Vogelkundler nicht stören und haben ihnen das Beobachten und Fotografieren von Flamingos, diversen Reiherarten und anderen langbeinigen Flügeltieren überlassen.

1| Cava in Vinyonet Nou

Das Penedés in Katalonien ist ein Weinanbaugebiet, das vor allem für seinen Cava bekannt ist. Cava heisst der spanische Sekt, der es locker mit  französischem Champagner aufnehmen kann, aber diese Bezeichnung nicht führen darf.

 

Die Bodega C'an Batle - Artcava hat zwischen dem Firmen- und Kunden-Parkplatz  und dem angrenzenden Rebenfeld  ein Gelände für Wohnmobile eingerichtet einschliesslich Wasser Ver- und Entsorgung. Übernachtung und Versorgung sind gratis, Toilettenentleerung geht nicht. Was aber sehr gut geht, ist eine himmlisch ruhige Nacht.

Stellplatz C'an Batle ArtCava - anklicken zum Vergrößern

Es erübrigt sich eigentlich zu sagen, dass wir drei Flaschen Cava kauften. Die erste haben wir auch schon geleert, einen frischen einjährigen, der uns gut gefiel. (Unbezahlte Werbung)