Den 1. Teil unserer Tour 2022 (Spanien, Frankreich und Italien) findet ihr hier , den 2. (Deutschland) auf dieser Seite


 

Hier könnt ihr uns auf unserer aktuellen Reise folgen, die neuesten Berichte findet ihr zuoberst. 2016 waren wir schon einmal für wenige Tage in den Niederlanden, der Einfachheit halber habe ich die entsprechenden Stationen auf dieser Hollandseite mit untergebracht.

Auf die nummerierten Orte gehe ich etwas ausführlicher ein.

 

HOLLAND

33| MIDWOLDA - 34| GRONINGEN - 35| MEPPEL - 36| LEEUWARDEN und GROU - 37| HARLINGEN 38| LEMMER und SLOTEN (aus 2016) - Zwolle (aus 2016) - 39| STEGGERDA - 40| Urk - in Arbeit: Batavia/Lelystad

 

 


HOLLAND

40| URK 

Der Stellplatz am Hafen von Urk war bot uns für 16,50 € alles incl. ein Kontrastprogramm zu dem in Steggerda. Quirlig und tagsüber laut war es mit Sicht über den betonierten Parkplatz hinweg auf emsiges Treiben im Hafen, mit unseren Nachbarn waren wir auf Tuchfühlung und das Dorf lag in unmittelbarer Nähe. Nach den drei Tagen vollkommener Ruhe eine durchaus willkommene Abwechslung. Beim Hafenmeister konnten wir mit VISA zahlen.

 

 

 Das Fischerdorf Urk lag jahrhundertelang auf einer Insel, bis diese in der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, also vor noch nicht einmal 100 Jahren, mit der neuen Provinz Flevoland verbunden wurde. Laut Wikipedia gehörten noch vor 10 Jahren 97,7 % der Insulaner einer christlichen Kirche an, und fast alle gehen immer noch jeden Sonntag in die Kirche. Wir waren unter der Woche dort und konnten uns von der Existenz verhältnismäßig viele Kirchen überzeugen und auch davon, dass die Fischerei anscheinend immer noch dominierend ist. Im Inneren kuscheln sich die kleinen Häuser in verwinkelten Gassen aneinander, als würden sie Schutz suchen vor Wind und Wasser. 

 

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Beeindruckend ist der Platz, auf dem die Namen und das Alter der in den vergangenen Jahrhunderten bei der Fischerei ertrunkenen Männer ringsherum auf Marmortafeln aufgelistet werden. 

 

Wo sollte man Fisch essen, wenn nicht in einem Fischerdorf? wir haben unseren in Gestalt eines Wok-Tellers mit Fisch, Garnelen und viel knackigem Gemüse zum Mitnehmen bei Baarssen gekauft. Am nächsten Tag in der Pfanne 5 Minuten zuende gegart, fanden wir ihn ausgezeichnet, frisch, sehr schmackhaft und auf den Punkt. Nur waren wir leider so hungrig, dass ich das Fotografieren vergessen habe ...

(11.08.2022)

 

 

 

 

 

39| STEGGERDA

Bisher blieben wir in Holland fast überall nur eine Nacht, auf dem Stellplatz Het Lindedahl bei Steggerda schliefen wir gleich drei Nächte tief und fest durch. Wer zeitgeistgerecht entschleunigen, loslassen oder zu-sich-Kommen will, ist hier genau richtig. Ein freundliches und hilfsbereites Betreiberpaar für alle Fälle, vor uns eine Schafherde, der wir stundenlang beim Grasen zugeguckt haben, und im "Infopoint", einem liebevoll hergerichteten Bauwagen, jede Menge Material über Radtouren und Wanderwege  waren uns genug. Die sehr sauberen Sanitäranlagen brauchten wir nicht. Das Ganze für 15 € die Nacht incl. allem, auch WIFI, auf Parzellen zum Ausbreiten (9 x 15 m).

 

 

Zwei ausgedehnte Radtouren unternahmen wir. Vom Stellplatz aus nach rechts am Fluss entlang bis nach Wolvega mit Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Flechtmuseum und nach links bis in den ausgedehnten Wald hinter Noordwolde und Boijl. Streckenweise folgten wir der "Art Land Kunsttour" mit Objekten am Straßenrand, und in Noordwolde schrieb Gabriel seine Begeisterung auf Wunsch des dort arbeitenden jungen Mannes in das Gästebuch der Getreidemühle aus dem 19. Jahrhundert. Wohl der erste Eintrag auf Spanisch. 

 

 

In dem Bauerndorf Boijl wurden wir Zeugen der aktuellen Protestaktionen gegen die Pläne der Regierung für eine drastische Stickstoffreduzierung. Die entsprechenden Maßnahmen würden eine Schließung oder Verkleinerung vieler Bauernhöfe bedeuten. Die Bäume am Straßenfand trugen eine Bandage in den Nationalfarben, verpackte und mit drohend grinsenden Smilies bemalte Heuballen bewachten die Hofeinfahrten, und an vielen Fassaden hingen Protestplakate in Bettlakengröße.

(09.08.2022)

 

 

 

 

 

ZWOLLE (2016)

Auf dem Stellplatz am Jachthaven de Hanze verteilen sich die Wohnmobile auf mehrere Areale und stehen meist auf festem Gras. Es muss schon sehr voll sein (also Wochenende), wenn jemand sich ein Plätzchen ohne Blick aufs Wasser suchen muss. Der immer hilfsbereite Hafenmeister dreht mehrmals täglich seine Runden auf dem Fahrrad und kassiert an der Wohnmobiltür.

 

 

Noch in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts gaben junge Frauen hinter vorgehaltener Hand die Adresse einer Klinik in Zwolle weiter, in der legal Schwangerschaftsabbrüche auch an deutschen Frauen durchgeführt wurden. Heute besuchen Touristen die Stadt wegen ihrer typisch niederländischen Lässigkeit, die das Bild der Straßen so anziehend macht. Dazu Hausboote auf den Kanälen, Gastronomie für jeden Geldbeutel in schöner Architektur und Reste der meterdicken alten Stadtmauer in der Innenstadt.

(2016)

 

 

 

 

aus 2016: 38| LEMMER und SLOTEN

Bei unserem Besuch bei Freunden in LEMMER im Herbst 2016 standen wir das erste Mal auf einem Stellplatz direkt am Wasser. Seitdem lieben wir es, mit der Nase in Richtung Kanal, Fluss, See oder Meer zu übernachten. In Lemmer war Maggie mit ihren genau 7,68 m eigentlich zu lang für die erste Linie, aber der Hafenmeister hatte wohl nicht so genau hin gesehen. Lemmer ist eine Kleinstadt mit allen Einkaufsmöglichkeiten. In den neu angelegten Vierteln haben sich viele Deutsche eingekauft, mit einer Anlegestelle für ihr Boot vor der Gartentür.

 

 

 

das Städtchen Lemmer mit Kanal und Binnenhafen

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gemächliches Zockeln  von Lemmer nach Sloten.  Boote wie dieses mit wenig Masse unter Wasser und viel darüber sind nicht geeignet für offene Gewässer

 

 

Gabriel darf die Gebühr an der Kanalschleuse in den Holzschuh stecken

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tiefenentspannter Angler 

 

 

Anlegestelle kurz vor Sloten

 

 

SLOTEN

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37| HARLINGEN

Der Wohnmobilparkplatz am Hafen bot bei unserem Aufenthalt 14 Plätze, die mit einer Womo-Zeichnung auf dem Boden gekennzeichnet waren. Dazwischen jeweils gleich große Flächen für Fahrräder, Möbel oder was auch immer. Die Nacht kostete 12,50 €, Strom extra, brauchten wir aber nicht. Wir kamen um 11:00 h an und erwischten gerade noch die letzte Lücke, nach uns sahen wir mindestens fünf Womos kommen, eine Runde drehen und wieder abfahren.

 

Der Platz liegt sehr günstig für einen Stadtbesuch zu Fuß, einfach das Treppchen am Ende hochgehen und dann über die Brücke, von der ich das Foto unten gemacht habe. Und schon ist man im Ort.

 

 

Die vielen Kanäle in Holland bieten neben dem Anblick von kleinen Sportbooten bis zu großen Handelsschiffen zusätzlich das Schauspiel von Straßen, die hinter roten Ampeln in den Himmel ragen oder unter die Kanäle führen.

 

 

Das Fazit vorweg: Harlingen hat uns sehr gefallen mit vielen alten, aber gepflegten Häusern, kleinen Gassen und natürlich vielen vielen Booten. 

Das Zentrum von Harlingen ist rundherum von verschiedenen Grachten eingeschlossen, entsprechend viele Brücken gibt es. Als wir am sonnigen Donnerstag durch Innenstadt spazierten, war Markt in der breiten Voorstraat, und damit das pralle Leben. Auf den Terrassen der Cafés und Restaurants saßen die Gäste vor Bier oder Eis, an den Ständen zu beiden Seiten der Straße boten die Händler Käse, Schaffelle oder Modeschmuck an, und dazwischen mussten wir aufpassen, dass wir nicht unter die (Zwei-)Räder gerieten. 

 

In einem Lebensmittelgeschäft kauften wir Broodjes, reichhaltig mit Hühnchen, Schinken oder Salami plus Chilisoße, Zwiebeln und/oder Käse belegte Brötchen, die ich zerschnitt und im Omnia aufwärmte - ein leckeres Mittagessen! 

 

Besucher der Altstadt haben die Möglichkeit, in der Nähe des Jachthavens ihre Autos zu parken und von dort den kurzen Weg zu gehen, wodurch das Zuparken und Autogewimmel in den Straßen vermieden wird, wie wir es in Grou gesehen hatten.

 

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Auf unserem Gang kamen wir an der katholischen St. Michaelskerk vorbei, deren moderne Acrylmalerei in einem Seitenschiff (nennt man das so?) mich anzog und eintreten ließ. Drinnen fand ich das Gebäude für meinen Geschmack erfreulich schlicht und lichtdurchflutet. Besagte Acrylmalereien hätte ich aber lieber von außen fotografieren sollen, sorry.

(06.08.2022)

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36| LEEUWARDEN

Weil wir einen Besuch in Frankreich auf den September verschieben konnten, konnten wir unsere Route in Holland ausdehnen und kehrten zurück nach Friesland. 16 €/24 Std. alles incl. kostete uns der Stellplatz am Jachthaven, auf dem wir am späten Vormittag die letzte Parzelle mit der Nase zum Wasser erwischten. Der Hafenmeister war den ganzen Tag am Arbeiten, im Büro und auf dem Gelände, und dabei sehr entspannt und freundlich. 

 

Zwei Nächte blieben wir und hätten unseren Aufenthalt auf drei ausgedehnt, wäre ich besser zu Fuß gewesen. Dann hätten wir uns einige der bekannten Sehenswürdigkeit in der traditionsreichen Stadt mit über 100.000 Einwohnern angeschaut, die auch schon Kulturhauptstadt Europas war, und in der Mata Hari geboren wurde.

Aber auch unser eher zielloser Fahrradbummel durch die Innenstadt hat sich gelohnt. 

 

Die Sint-Vitusparochie ist so groß, dass ich mit meiner Handykamera aus der Nähe nicht erfassen konnte. Allein den Turm haben wir auf ca. 80 m Höhe geschätzt, womit er von vielen Straßen und Grachten (Kanälen) aus zu sehen ist.

 

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In anderen Städten reihen sich Restaurants und Bars in den dafür bekannten Straßen aneinander, in Leeuwarden sahen wir zum ersten Mal eine Gracht als "Gastronomiemeile". Ein Boot nach dem anderen, und alle waren sie gut belegt.

Überhaupt die Grachten! Hier sahen wir sie zum ersten Mal in aller Pracht und Breite, flankiert von den entsprechenden Stadthäusern und bestückt mit zahllosen großen Booten.

 

 

Die 16 km nach GROUdas wir Grau ausgesprochen wird, radelten wir auf die Empfehung eines Freundes hin. Der Ort mit seinen unter 6.000 Einwohnern ist bekannt vor allem bei Freunden des Wassersports, was ihn in den Sommermonaten zu einem touristischen Hotspot macht. Der Ortskern mit Geschäften und Gastronomie war vollgestopft mit Autos, die auf vielen  Parkplätzen 2 Stunden kostenlos stehen dürfen. Außen herum, am Wasser, war es ruhiger, und hier konnte ich vergnügt ein Eis schlabbern, während Gabriel sich in Susannie verliebte. EIN BOOT!!!

(05.07.2022)

 

35| MEPPEL

Die  letzten  600-800 m Anfahrt zum Stellplatz am Jachthaven Westeinge führen durch eine schmale Gasse zwischen Kanal und Wohnhäusern, vor denen Autos parken. Dank Gabriels Umsicht und Geschick sind wir gut gelandet nahmen den erstbesten freien Platz in der zweiten Reihe. Ein Glücksfall, weil es der nächste zum Waschraum war. Am total verregneten Sonntag jagte ich unsere gesamte Wäsche einschließlich der Fußbodenvorleger durch je drei Waschmaschinen und Trockner. Pro Ladung waren 3 € in Münzen fällig, aber dank eines kurzzeitigen Defekts des Münzschluckers kostete mich alles zusammen nur 9 €  - da lachte das Waschfrauenherz.

 

Auch sonst war der Platz mit 12 € incl. allem günstig, der diensthabende junge Hafenmeister freundlich und hilfsbereit und die Lage zwischen Städtchen und Umgebung einladend. 

 

 

Der Sonntag also war arbeits- und regenreich, und zu allem Überfluss tropfte es auch noch vom Oberlicht auf das Bettzeug, das wir dann trockenföhnen mussten. Wenn wir Glück haben, hatten wir das Fenster nur nicht fest genug verschlossen, mit Pech ist die harmloseste Version Abnutzungserscheinung der Dichtungsmasse. Jetzt haben wir es erst einmal fest geschlossen und warten ab - ich werde berichten.

 

Ich habe aufgehört, mich über die Namen der zahllosen Kanäle in Holland zu informieren, geschweige denn, sie mir zu merken. In Meppel geht oder fährt man ständig über irgendeine Brücke oder wartet, bis sie wieder heruntergelassen wird. Der Ort war am Montagvormittag so ruhig, dass wir mehr Boote als Autos schätzten, und sowieso bewegten sich die meisten Menschen mit dem Fahrrad fort. Eine weiträumige Fußgängerzone, viele Neubauten und ein kleines "Historisches Zentrum" - nichts Aufregendes, aber angenehm fürs Auge und beruhigend für die Nerven. 

 

 

Das kleine Dorf SINT JANSKLOOSTER verfügt über Supermarkt, Schule und Kindergarten, nur das Kloster existiert nicht mehr, wie uns ein im Garten arbeitender Mann auf meine Frage informierte. Macht nichts, die Fahrt (gesamt fast 40 km) war trotzdem schön, wenn auch größtenteils auf dem Fahrradweg neben der Landstraße. Die aber führt an Frachthafen und Sporthäfen vorbei durch viel Wasser mit so klangvollen Namen wie Belterwijde, Beulakerwijde und Boschwijde. Und über eine kleine Insel.

(02.08.2022)

 

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34| GRONINGEN

Zum zweiten Mal nach 2016 standen wir auf dem kostenlosen Wohnmobilparkplatz neben den Sportanlagen in Kardinge am Rande der Stadt, und wieder haben  diese Übernachtungsmöglichkeit und die Stadt sehr gefallen.

 

 Im Folgenden vermischen sich Fotos aus beiden Aufenthalten, wobei ich mich davon überzeugt habe, dass die damals gemachten noch genauso Gültigkeit haben wie heute. So sind die Außenaufnahmen des Groninger Museums vor Jahren entstanden, besucht habe ich es aber erst 2022 und fand es innen mindestens genauso sehenswert, vor allem die aktuelle Ausstellung "Farbe".

 

 

 

 

Die Hausboote auf den Kanälen verfügen zum Teil über einen "Vorgarten" mit Terrasse und Schuppen und sind so unterschiedlich wie die Menschen, die darin leben - und wie der Inhalt ihrer Geldbeutel. Strom, Wasser, Briefkasten: Für alles ist gesorgt.

 

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Damals waren wir von der nahen Haltestelle aus mit dem Bus in die Stadt gefahren (nur Kartenzahlung, kein Bargeld), jetzt mischten wir uns unter die zigtausend Radfahrer in Stadt und Umgebung, was wie auch z.B. in Bremen oder anderen deutschen Städten nicht immer ungefährlich war. Aber ein schöner Anblick, die meisten Zweiräder ohne Motor, und viele junge und ältere Frauen in stolzer Haltung auf dem sogenannten Hollandrad mit geschwungenem Lenker. Gewöhnungsbedürftig sind Mofas und Vespas auf dem Fahrradweg.

 

Wir haben so viel gesehen, auf dem Markt die besten Knubberkirschen der Saison gekauft, die schönen Bürgerhäuser bestaunt und den großen Stadtpark durchquert.

(30.07.2022)

 

33| MIDWOLDA

Und wieder stehen wir in erster Linie mit Blick auf's Wasser, jetzt im Jachthaven von Midwolda, für 14,20 €, nur Strom kostet 2 € extra pro Tag. Dafür hatten wir Entspannung pur, das Schauspiel vieler Kinder mit kleinen Segelbooten und ein Schwätzchen mit den netten Nachbarn zur Linken und zur Rechten. Wann immer ein Fahrzeug aus der ersten Reihe wegfuhr, warf in der hinteren jemand den Motor an schwups, war der Platz wieder besetzt. 

 

 

 

Friesland bedeutet Flachland, egal ob in Deutschland oder Holland, und das erfreut mein altes Radfahrerherz, egal, ob der Himmel bedeckt ist oder gar Regen droht. Um das Obdamptmeer herum bieten sich viele Touren an, auf denen wir immer wieder angehalten haben, um den Schafen beim Kauen, den Booten beim Fahren oder einfach nur den Wolken beim Treiben zuzusehen. 

(30.07.2022)