Altes Haus und neues Spielzeug in Cala Murada

Gabriels neues Lieblingsspielzeug ist eine Drohne. Drohend breitet sie ihre Flügel aus und schwebt über dem Wohnmobil und unseren Köpfen und bleibt in der Luft, solange die Batterie reicht. Gabriel hat eifrig die sehr klein gedruckte Bedienungsanleitung studiert und sich etliche Videos im Internet angesehen, bevor er sich dieser Tage an die Praxis wagte. Und siehe da, das Ding fiel weder ins Wasser noch auf den Asphalt und hat deutlich gemacht, was wir schon ahnten: Maggie muss dringend auf dem Dach gewaschen werden!

 

 

 

Mallorca ist immer wieder für eine Überraschung gut, auch nach 25 Jahren noch. Der kleine Ort Cala Murada an der Süd-Ostküste, in der Nähe von Portocolom, ist so fest in deutscher Hand, dass ich mich dort vielleicht gerade deshalb bisher nicht näher umgeschaut habe. Dabei ist es ein völlig unaufgeregtes Nest, ohne Hafen, ohne Schickimicki und mit nur einem großen Hotelklotz, der etwas abseits liegt. Ruhige Straßen mit Einfamilienhäusern auf großzügigen Grundstücken, einige  Bars und Restaurants, zwei Supermärkte, Gärtnerei, Handwerksbetriebe und Arzt, das war's auch schon. 

 

In die Bucht bettet sich ein kleiner, steiniger Strand, daneben liegt ein Restaurant. Die Landzunge ist leider mit eine Reihenhausanlage voll gebaut.

 

Auf der anderen Seite begrenzt eine hohe Felswand die Bucht, in die Wind und Wetter in tausenden von Jahren Höhlen gefressen haben. Davon gibt es viele auf Mallorca, früher haben die Frischer darin nicht nur ihren Fang, sondern oft auch Schmuggelware wie Alkohol und Zigaretten gelagert. An der Cala Murada findet sich ein gutes Beispiel, wie diese zum Teil großen Höhlen zu mehrstöckigen Wohnhäusern ausgebaut wurden, und das vor noch gar nicht mal so langer Zeit.

 

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Mallorca mit dem Wohnmobil?

In der zweiten Septemberwoche im Coronajahr 2020 (hoffentlich gibt es nur dieses eine!) waren wir mal wieder mit Maggie unterwegs auf unserer Heimatinsel. Danach habe ich spasseshalber  Mallorca mit dem Wohnmobil gegoogelt und war erstaunt, dass sich mehr Deutsche als gedacht im Camper oder Wohnmobil auf den Weg und auf die Fähre machen, um die Insel eigenständig zu erkunden.

 

Bisher habe ich einen Wohnmobil-Urlaub auf Mallorca nicht empfohlen; nach unserem jetzigen

5-tägigen Ausflug rate ich sogar davon ab. Und das, obwohl man mit einem Camper bis 6 m Länge oder einem Wohnmobil + Motorrad fast überall hinkommt. 

 

Ein Problem ist die mangelhafte bis nicht vorhandene Infrastruktur. Es gibt keinen genehmigten Campingplatz, und der einzige offizielle Stellplatz der Gemeinde Son Servera bei Cala Bona an der Ostküste bietet ein trostloses Bild. Der Wasserhahn wurde abgeschraubt und der WC-Einlass ist bombenfest verriegelt. Entsprechend hoch wächst das Unkraut zwischen den Steinen hervor.

 

Abgeriegelt wurde auch die erst vor drei Jahren eröffnete Servicestation an der Tankstelle Petroest in Palma. Die Angestellten dort hatten es verständlicherweise satt, die Sauerei nachlässiger Entsorgung wegzumachen. Für 5 € wird die Absperrung geöffnet, aber dann kann man auch gleich in das Industriegebiet Son Castellò fahren und die kostenlose Servicestation auf dem Recyclinghof nutzen, die einzige zur Zeit vorhandene.

Adresse: Carrer del Gremi de Sucrers i Candelers, 32, 07009 Palma. 

 

Das zweite Problem ergibt sich aus dem ersten.  Weil es keine Stellplätze gibt, übernachten Camper und Wohnmobilfahrer frei. Dafür gab und gibt es traumhafte Plätze, aber auch die werden immer weniger. An einem unserer Lieblingsplätze direkt an der Küste und sogar auf dem freien Feld auf der anderen Straßenseite fanden wir Parkverbotsschilder und aufgereihte Steine; an einem anderen langgezogene gelbe Linien, an denen das Parken verboten ist. So bleibt selbst für die ortskundigen Insulaner immer weniger Bewegungsfreiheit, von der wir sehr gern außerhalb der Touristensaison Gebrauch gemacht haben. Immerhin können wir unsere Kassette im eigenen Klo zuhause entleeren.

 

Hier standen wir noch Anfang Juni 2020, drei Monate später im September ist das nicht mehr möglich. Die Fenster hatte ich nur für das Foto geöffnet, allein das läuft unter Campingverhalten und ist sowieso verboten.
Hier standen wir noch Anfang Juni 2020, drei Monate später im September ist das nicht mehr möglich. Die Fenster hatte ich nur für das Foto geöffnet, allein das läuft unter Campingverhalten und ist sowieso verboten.
An dieser und auch der Parallelstraße wurden zu beiden Seiten gelbe Streifen gepinselt, die das Parken untersagen. Das Foto ist von Juni 2020, vier Jahre standen wir hier ruhig und friedlich die eine oder andere Nacht.
An dieser und auch der Parallelstraße wurden zu beiden Seiten gelbe Streifen gepinselt, die das Parken untersagen. Das Foto ist von Juni 2020, vier Jahre standen wir hier ruhig und friedlich die eine oder andere Nacht.