E-Bikes zum Zweiten

Bisher hatten wir den Fahrradträger an unserem Wohnmobil nur zum Wäschetrocknen benutzt, die Klappräder passten ja wunderbar in die Garage. Allerdings dauerte es eine ganze Weile, bis wir den Trick raus hatten: Am Anfang machten wir uns jedes Mal die Mühe die Räder zusammenzuklappen und sie so zu verstauen. Und wenn wir sie brauchten die umgekehrte Prozedur. Dabei reicht es vollkommen, den Lenker und den Sattel bis zum Anschlag zu senken. Auf diese Art kann man die Räder viel besser reinschieben und befestigen und vertrödelt vor einer Tour keine Zeit mit Aufklappen und Einrasten von Vorder- und Hinterrad. Sie nehmen sogar weniger Platz weg als zusammengeklappt.

 

Aber jetzt die Elektroräder, groß, schwer und unhandlich. Mit Computer, Sicherheitsschloss und Batterie wiegt jedes über 25 kg, und der Fahrradträger ist gerade mal für 50 kg zugelassen. Ohne diese drei Teile waren es immer noch ca. 48 kg, mit denen wir den Träger belasteten, aber das reichte schon, um mich Blut und Wasser schwitzen zu lassen, wenn wir über eine holprige Straße fuhren und ich auf dem Kamera-Bildschirm sah, wie Träger und Fahrräder bedenklich schwankten.

 

aufmontierte Elektroräder mit quer montierten Lenkern, ohne Batterien, Schlösser und Computer
aufmontierte Elektroräder mit quer montierten Lenkern, ohne Batterien, Schlösser und Computer

Bei den E-Bikes dauerte es eine Ewigkeit, bis wir ohne großes Publikum in der Lage waren, sie auf den Träger zu hieven und sicher zu befestigen. Bis dahin erfreuten die Nachbarn sich an dem Schauspiel, wie wir eines nach dem anderen rauf und wieder runter holten, die Lenker lockerten und quer stellten, versuchten die Pedale so zu justierten, dass sie sich nicht gegenseitig behinderten und die Befestigungsarme mindestens dreimal an den falschen Stellen anbrachten. Das Hochkurbeln des beladenen Trägers per Hand war zum Schluss auch keine reine Freude für Gabriels Rücken.

 

Und so sieht es aus, wenn alles überstanden ist und die Räder auf dem Träger ordentlich verpackt sind. Was auch nicht ganz ohne ist, weil man dann nichts mehr sieht in der Rückfahrkamera außer einer grauen Fläche. Das kann nicht der Sinn der Sache sein. Als uns dann noch auf einem Stellplatz ein wohlmeinender (?) Nachbar erzählte, dass einem Bekannten von ihm auf der Autobahn (!) das ganze Teil komplett abgefallen ist, wollten wir die Räder nur noch heil nach Hause bringen und dann weitersehen.

 

Ach ja, in Portugal fiel der Computer von meinem Rad aus, aus welchem Grund auch immer. Also strampeln wie gehabt, und das mit 25 kg unter mir. Wieder war die Firma Henco in Westerstede (dort hatten wir die Räder gekauft) sehr hilfsbereit und fand für uns einen Vertragspartner auf Mallorca. Es dauerte geschlagene zwei Monate (Weihnachten, Betriebsferien und vielleicht auch mangelnder guter Wille), bis wir einen neuen Computer auf Garantie erhielten. Der Techniker der Werkstatt vermutet, dass vielleicht Wasser ins Gehäuse gedrungen ist. Bemerkt haben wir nichts dergleichen, aber in Zukunft werden wir eine durchsichtige Plastikhülle darüber spannen.

 

Zum neuen Fahrradträger demnächst auf diesen Seiten.

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